#Advent 2022 (341): Das 7. Türchen


Winterlied, vielleicht etwas zu früh.

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Strichzeichnung eines Nadelbaumes an einem Hang, Hörnerschlitten davor 
Das ist mein 13. Adventskalender. Ich widme ihn allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen insbesondere für Menschen und Tiere, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Ja, heute gibt es Winter- oder gar Weihnachsmusik. Allerdings denke ich, daß nicht viele dieses Lied kennen; und vielleicht kennen manche von euch nicht ein­mal die Künstlerin. Aber ich, ich kenne sie und auch ihr uraltes „Auf der Wiese haben wir gelegen, und wir haben Gras gekaut.”

Also dann: Gisela Steineckert ist eine deutsche Schrift­stel­lerin. Als Lyrikerin schrieb sie auch viele Liedtexte für Künstlerinnen und Künstler in und aus der DDR, weit über zweitausend, für z. b. Frank Schöbel, Dirk Michaelis, Gojko Mitić, Dieter Birr (Puhdys) und auch für Veronika Fischer. Für eben diese schrieb Steineckert schon in den 70ern Liedtexte, und nach 2000 intensivierte sich die Zusammenarbeit der beiden Frauen. Im Jahr 2004 veröffentliche die Sängerin ihr Winteralbum „Dünnes Eis”, das ich mir heute wieder anhörte. Den Text zum Lied schrieb Gisela Steineckert, die Musik schuf Franz Bartzsch.

 

 
Ein Winter ist mir widerfahr'n
Gisela Steineckert (∗ 1931)
 

Ein Winter ist mir widerfahrn
trat eher ein als je
in all gelebten frühern Jahrn
und keiner tat so weh

der Adern warme rote Spur
macht Eiswind steinern alt
ich spürte das am Anfang nur
dann ließ mich Kälte kalt

das hast du nun an mir getan
nach wildestem Begehrn
als deine Augen Winter sahn
war Zeit, sich abzukehrn

ein Winter ist mir widerfahrn
den hätt ich nie geglaubt
und dachte doch, ich kenn Gefahrn
sah Bäume früh entlaubt

wie immer nun ein Frühling wird
ich kenn das Jahr nun ganz
mein Herz verwirrt
in dir geirrt
es war mein schönster Tanz

Zitiert von der Website der Texterin.

 

 

 

Ich weiß nicht. Natürlich geht es um Winter im Lied, um Kälte und blattlose Bäume. Aber … Ich bin mir aber nicht so ganz sicher. Vielleicht ist es so wie mit einem anderen Liebeslied, in dem zwar die Weihnacht erwähnt wird, das aber nun wirklich nicht Weihnachtslied genannt werden sollte. Weil es aber allüber­all aus dem Lausprechern tönt, werden wir immer wieder gewhamt. Nun, mit diesem Lied wird hoffentlich nicht so verfahren, es wird hoffentlich nicht zu Tode gespielt. Ich wünsche mir übrigens, daß mir und der Stadt hier noch ein wenig Winter widerfährt, mit Schnee und Kälte und Stille. Und vielleicht hat euch das Lied ja auch gefallen.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.

Der Emil

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das im Dezember täglich ab 21 Uhr des Vorabends bei der Versteigerung von #hand2hand22 tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür von ganzem Herzen.

 

P.S.: Gut fand ich am 06.12.2022 das sehr (sehr!) frühe Erwachen und Wachsein, zwei völlig unerwartete Postsendungen, die Weihnachtsmusik ande­rer Art (u. a. auch in Metal).
 
Die Tageskarte für heute ist VII – Der Wagen.

© 2022 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung). Für den Liedtext und das Video liegen die Rechte bei den Urhebern, für deren Darstellung hier berufe ich mich auf das Zitatrecht aus dem UrHG.

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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3 Kommentare zu #Advent 2022 (341): Das 7. Türchen

  1. Elvira sagt:

    Ich habe es so verstanden, dass der Winter für das letzte Lebensalter steht, es geht ums Verlassenwerden und um einen ungewissen Frühling. Vielleicht ist es aber auch nur ein Winterlied.

    • Der Emil sagt:

      Deswegen (Verlassen) denke ich ja auch, es kann ein Liebeslied sein, mit dem sich von einer Liebe verabschiedet wird, und es geht um einen Menschen, der aus der Wärme der Beziehung in die Kälte der Alleinsamkeit „muß“ …

      Es wird vom Winter gesungen.

  2. Silberdistel sagt:

    Na, und ob ich sie kenne – alle beide. Gisela Steineckert stand schon mal vor mir – in meiner Bibliothek und fragte, wo denn der Raum wäre, in dem sie eine Lesung halten solle. Ich schaute sie einigermaßen verwirrt an, denn in unserer Bibliothek war nichts dergleichen geplant. Erst als sie merkte, dass ich mit ihr nichts anfangen konnte, sagte sie mir, wer sie ist. Der Name und ihre Gedichte waren mir natürlich bekannt, nur das Gesicht nicht. Die Lesung fand, wie ich später hörte, in einem Lehrgebäude in unserer Nähe statt. Aber Lesung und Bibliothek war für Frau S. wohl naheliegend. Ist ja normalerweise auch so. War irgendwie eine interessante Begegnung.
    LG von der Silberdistel

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