Ultreïa! Tag nach Tag irgendwann.

Meine beiden Nymphensittiche Herr Tschiep (vorne) und Eh!Vieh! (erkennbar an einer deutlich zerrupfteren Federhaube) sitzen kurz vor meiner Entscheidung auf ihrem Schlafkäfig.
Gestern war ein Tag des Abschieds. Lange Zeit habe ich halbherzig nach einer Möglichkeit gesucht, meine beiden Nymphensittiche in einen größeren Schwarm zu vergesellschaften, also abzugeben, loszuwerden. Es war immer toll, wenn ich die Zeit hatte, sie zu beobachten: wie sie sich gegenseitig den Nacken beschnäbeln, wie sie um den besten Sitzplatz kämpften, wie der eine dem anderen den Vortritt beim Baden lies. Ja, sie waren und sind laute Vögel, diese Nymphensittiche. Und ihretwegen war es auch immer etwas schwierig, das Fenster zu öffnen …
Gestern hat die allerallerallerbeste Freundin aus/über fakebock einen Kontakt zu jemandem aufgebaut, der Nymphensittiche, Wachteln und Wellensittiche in einer Freilandvoliere hält. Zweimal hin- und herschreiben, einmal telefonieren. Bilder austauschen. Zusagen. Mir keine Zeit zum Zweifeln oder Zögern geben. Zehn Minuten später die allerallerallerbeste Freundin bitten, mich – uns mit dem Auto hinzufahren. Schnell heimgehen, weil die Wohnungsfreiflieger ja noch in den Käfig müssen – und diese beiden mögen das eher nicht.
Ahnen Tiere und Menschen, was geschehen wird? Als ich heimgeeilt war, um sie mühsam in den Käfig zu bugsieren, gingen sie schnell, komplikations- und protestlos hinein. Das taten sie noch nie, noch nie während des Tages. Tiere und Menschen scheinen zu ahnen, was geschehen wird …
Das letzte Bild von den beiden Lebewesen, die mich sechs Jahre unterstützten, unterhielten, nervten – beide im Schlafkäfig, vollkommen ruhig.

Das vorerst allerletzte aufgenommene Bild meiner beiden Nymphensittichhähne
Herr Tschiep rechts und Eh!Vieh! links im Käfig, kurz vor Abfahrt.
Ich wünsche ihnen ein gutes Ankommen im Schwarm. Und natürlich habe ich geheult, nach dem Einsperren in dern Käfig; und am Abend, als ich das Gequietsche vermißte: wie ein Schloßhund. Aber/und: Eine Sorge weniger für den #oekuweg.
Ein Abschied, den ich wollte. Er schmerzt …
Der Verfasser des Blogs pilgert weiter und dankt für’s Lesen.
P.S.: Die Strecke am 2015: Blieb ungegangen. Aber die Vögel sind hoffentlich glücklicher als hier …
© 2016 – Der Emil. Text & Bilder unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Deine Tränen kann ich gut verstehen, aber ihnen wird es gut gehen. Du kannst beruhigt loslaufen, deinen Weg gehen. Und wenn du wieder da bist, besuchst du sie eben mal.
Ja, auch Tiere haben Ahnungen, vor allem, wenn sie lange mit ihrem Menschen gelebt haben.
Tiere wissen/merken so viel mehr als wir oft meinen.
Das ist sicher ein schwerer Entschuß und sie werden Dir bestimmt fehlen… aber vielleicht werden sie sich schnell im neuen Heim eingewöhnen.
Jetzt kannst Du unbeschwert starten, sie sind ja gut versorgt!
LG, Petra
Ach Emil, ich kann dich so gut verstehen.
Auch ich weine jetzt …..
Ich wünsche ihnen ein wundervolles Vogelleben in bester Vogelgesellschaft.
Wir hatten auch einen Nymphensittich den *Kurti*.
Ich hatte damals eine Freundin besucht bei der Kurti lebte.
Sie sagte: *Entweder den bloeden Vogel nimmt irgendwer bei sich auf,
oder ich lasse ihn heute noch aus!*
Klar habe ich Kurti mitgenommen. Viele Jahre lebte er bei uns und ich hatte ihn sehr liebgewonnen.
Kurti war ein wunderbares Seelchen …..
Nur das Beste dir und Segen!
M.M.
🙂 über EH!VIEH! mußte ich jetzt aber doch lachen. herzig sind sie beide und dir treu. sie werden auf dich warten.
Wenn es ihnen gutgeht, bleiben sie dort und warten hoffentlich nicht zu sehr auf mich …
Da ist die Antwort auf die Frage, die ich jetzt nicht mehr stellen muss.
Nicht einfach das! Ich kann deine Tränen gut nachvollziehen …
herzlichst
Ulli
So hatte ich etwas falsch verstanden – es ist ein Abschied nicht nur auf Zeit. Sei herzlich umarmt!
Ich weiß, das schmerzt. Aber dass es den beiden jetzt sicherlich gut geht und sie sich wohlfühlen werden, wird ein bisschen helfen. Kopf hoch.
Über das Gedächtnis von Vögeln weiß ich nichts, aber ich denke, es wird ihnen gut gehen in ihrer neuen Heimat.
Na denn mal die Schuhe geschmiert, damit die ersten Laufkilometer nicht so schmerzen. Grüße mir meine Heimatstadt.
Gut gemacht, ihr alle, und daran – denke ich – merkt man, dass es rund und richtig war. Abgesehen davon, dass du damit deinen Pilgerweg mit den viele zu nehmenden Abschieden und Selbsterneuerungen bereits begonnen hast.
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Das so ein Abschied schmerzhaft ist, verstehe ich gut… ich stelle mir gerade vor, wir müßten uns von unseren 3 Stubentigern trennen… ich glaube, ich würde das nicht hinkriegen. Aber es wird ihnen sicherlich gut gehen, da wo Deine beiden jetzt sind. Und der Abschiedsschmerze gehört wohl leider dazu.