Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstützung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.
Ein großer Erzgebirger, der immerhin 1,44 m hoch war:
Werner Kempf (∗ 1925 – † 1999).
Der Maler, Mundartdichter und -sprecher Werner Kempf hat dieses Gedicht verfaßt. Und weil ich es so schön finde, wiederhole ich mich heute (Mundartliches Gedicht: Dezember im Jahre 2011):
Dezember
Werner Kempf (∗ 1925 – † 1999)
Is es net schie, dos mr Gebirgler uns habm?
Zengstrem is Winter – kommt, ruck mr weng zamm!
Dezember, wie gern mr dan Monat benennt,
do feiert mr Weihnacht un vorher Advent.
Sogar manch Alter werd wieder zum Kind,
Engel un Baargma werd agezündt,
is Raachermannel naabelt drzu –
ich mog fei dan Monat, daar macht mich su fruh.
Guckt när, de Peremett dreht sich wieder,
kummt, singe mr doch e paar Haamitlieder,
un dodrzu loden mr de Nachbarschleit ei,
im Dezember soll niemand allaane sei.
Of dr Ufenbank is es gemütlich un warm,
do sitzt unner Maadel, is Püppel im Arm,
dos hot dr Rupprich mietgebracht,
horcht – Glockengeläut in dr Heiligen Nacht.
Suwos gibt uns Kraft, un Kraft brauchn mr viel,
zesammehalten müss mr, moch kumme wos will!
Oh Weihnachtszeit mach unner Haarz doch weit auf,
Weihnachten drham, dr Haamit “Glückauf”!
Mei Schneebarg. Gedichte von Werner Kempf. S. 144
Br. Fr. Goedsche’s Buchhandlung OHG, Schneeberg
Druckerei & Verlag Mike Rockstroh, Aue, 2002
Fürs Erzgebirgische gibt es sowieso keine verbindliche Rechtschreibung; und das oft vorkommende »aa« ist ein Umlaut zwischen a, e und ä. Wer sich den nicht vorstellen kann, der höre sich das Weihnachtslied „Wenn is Raachermannl naabelt” an, da ist es gut zu hören. Oder eben das von mir eingesprochene Gedicht. Im Text von Werner Kempf gibt es allerdings auch einmal das Wort „paar”, da ist das wie im Hochdeutschen nur ein langes A.
Einmal anhören? Bittesehr:
Den Werner kannte ich persönlich, wir waren per Du wie die meisten Leute im Erzgebirge. Wir trafen uns sogar öfter mal in seiner Stammkneipe; und irgendwann hat er mir unbezahlt ein Motiv für meine QSL-Karte gezeichnet (Tusche auf Karton). Ach, das der jetzt schon 26 Jahre nicht mehr unter den Lebenden weilt: Schade.
So ganz lassen mich das Erzgebirge und die Erzgebirgsweihnacht nie los, das weiß ich. Und irgendwann wird nur für mich das „Feierobnd-Lied” gespielt werden, hoffe ich. Bis dahin aber werde ich noch viele Raacherkaarzle verbrennen dürfen …
Gibt es für euch einen Geruch, einen Duft, der nur mit Advent und Weihachten verbunden ist?
Erinnerung des gestrigen Tages:
Es gab Zeiten, da spielte ich Winter- und Weihnachtslieder auf einer Konzertzither.
Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.
P. S.: Gestern, am 19. Dezember 2025 war ich zufrieden mit vielen Erzgebirgischen Klängen zur Weihnachtszeit, mit der Nachmittagszeit auf der Schlafstatt, mit leckeren Bockwürsten.
© 2025 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Wenn er 1999 gestorben ist, ist er sogar bereits 26 Jahre tot. Viele Grüße von Leipzig nach Halle!
Autsch! (Naja: 1985 ist für mich auch hoch nicht 40 Jahre her …) Danke, ich habs korrigiert.
Alles was mit dem Erzgebirge zu tun hat, macht (mich) traurig, schmerzt, ein Schmerz, der nie vergehen wird, so denke ich.
Es ist die Heimat, seit fast 30 Jahren ‚weit weg‘ und auch der Kontakt zu meinen Eltern ist aus familiären Gründen sehr wenig geworden.
Dein Foto weiter oben, wurde in meiner Heimatstadt Schwarzenberg aufgenommen, es war früher auf einem Plattencover und zeigt die Treppen zu Schloss und Kirche.
Erinnerungen, schön und traurig.
Das Bild des Videos ist genau dieses Plattencover …
Aber ich gestehe: Früher stand mehr an den Fenstern hier im Dorf. Auch das läßt nach …