2025 – 291: Ziemlich schwungvoll

Eine ewige Wiederholung, die nicht so leicht zu beenden ist.

 

 

Wie immer, wenn ich heimkomme, entledige ich mich ziemlich schwung­voll all der störenden und belastenden Dinge: Schuhe, Rucksack, Jeans – alles bis auf die Unterhose schleudere ich von mir bzw. auf seinen angestammten Platz. Als ich den Rucksack im Flur auf die Wanne mit der Schmutzwäsche werfe, klirrt es verdächtig. Scheiße. Das wird doch wohl nicht eine Flasche Bier zu Bruch gegangen sein?

Nein, Bier war es nicht. Aber ein Glas Nudelsoße (Arrabiata) hat sich zerlegt. Fluchend hole ich die Küchenrolle. So kleckerfrei als mög­lich nehme ich die Überreste heraus, gebe sie in den Mülleimer. Ich habe Glück gehabt, viel ist nicht aus dem Glas gequollen oder gelaufen, und alles scheint auf der Plastetüte des Brotes geblieben zu sein. Ja, so ist es, der Schmodder hatte keine Zeit, weiter nach unten zu laufen. Puh. So kümmere ich mich als nächstes ums Brot, nehme es aus der halbwegs abgewischten Tüte und packe es anders ein. Danach breite ich alles, was noch im Rucksack ist, auf dem Abwasch aus. Nirgends aber ist Soße zu finden. Den Rucksack wische ich aus, finde auch in dem keine Glassplitter und keine Soßenflecken.

Das ist ja nochmal glimpflich ausgegangen. Ich weiß nicht, womit das Glas zusemmenprallte, so heftig zusammenprallte, daß es zu Bruch gehen konnte. Mir fällt weder etwas ein noch auf. Hm. Na gut. Dann nehme ich mir zum x-ten Male vor, meinen Krempel nicht mehr zu werfen, sondern sorgfältig und mit einiger Vorsicht ab­zu­legen. Gut, das wird sicher nicht mehr ganz so befreiend sein wie die ziemlich schwungvolle Methode. Aber einen Schreck wie grad eben brauche ich ganz bestimmt nicht mehr.

Ich setze mich, noch bevor ich alles Eingekaufte verräumt habe, an den Tisch und mach mir mein Bier auf. Prost.

 

 

Erinnerung des Tages:
Wir kochten aus Zucker und Huflattichblüten einen „Kunsthonig”, den ich gern mal wieder essen möchte.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 18. Oktober 2025 war ich zufrieden mit dem frühen Einkauf mit Hackenporsche (fühlt sich noch sonderbar an), mit vier Stunden Unterwegssein in der Stadt, mit der Haptik der »neuen« Kladde.


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Über Der Emil

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7 Kommentare zu 2025 – 291: Ziemlich schwungvoll

  1. Wir haben früher Honig aus Löwenzahnblüten und Zucker gekocht, den wprde ich auch gerne mal wieder essen.

  2. Elvira sagt:

    Du hast eben noch den Schwung der Jugend! Allerdings dürfte der Hackenporsche sich nicht wirklich schwungvoll irgendwo hinbefördern lassen (außer im leeren Zustand).

    • Der Emil sagt:

      Der Hackenporsche hängt an einem Haken knapp unter der Decke – und ich gestehe, daß ich schon lange nichts mehr mit Schwung irgendwohin befördere, es sein denn aus Frust und Wut. Und selbst in Kindertagen war ich eher sorgfältig mit den Dingen, die ich ablegte, aber das war ja auch eine andere Zeit und ich wurde entsprechend erzogen und gebildet.

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