#Advent 2022 (336): Das 2. Türchen


Eine Bitte für die Kinder.

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Strichzeichnung eines Nadelbaumes an einem Hang, Hörnerschlitten davor 
Das ist mein 13. Adventskalender. Ich widme ihn allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen insbesondere für Menschen und Tiere, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Ihr lieben Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel und Patinnen und Paten, Geschwister und liebe Freundinnen und Freunde von Eltern,

natürlich ist Weihnachten ein Fest, an dem vieles ver- und geschenkt wird. Da sind ja auch all die Heimlichkeiten, die versteckten Päckchen und Pakete. Und da ist die Vorfreude, die sich ganz besonders in den Kinderaugen finden läßt, nicht wahr? Viele Menschen überlegen sehr genau, womit sie den Kindern eine Freude machen könnten, und sparen lange darauf hin. Leider sehe ich (ich, jemand anderes muß das nicht so sehen) auch dort zunehmend den Wunsch und Willen, den Kindern mehr und größere (und teurere) Geschenke zu machen als alle anderen – ein mir besonders zu Weihnachten mißfallendes Konkur­renz­denken. Aber ich bin ja auch jemand, dem Weihnachten noch mehr ist als ein Beschenkungsfest.

Denkt doch bitte einmal nach: Es geht doch nicht darum, Kindern aufwendige und teure (und überteuerte) Geschenke zu machen! Sind nicht kleine Auf­merk­samkeiten besser, durch die sie Liebe spüren? Durch die sie erfahren, daß sie wichtige Menschen sind, daß sie geliebt werden? Ich weiß nicht, ob es heute noch möglich ist, Spielzeit oder andere gemeinsame kindgerechte Erlebnisse zu schenken, die sich die Kinder wünschten. Denn dadurch erfahren sie auch, daß ihre Wünsche (und Bedürfnisse) wahrgenommen werden, und zwar nicht nur die nach irgendwelchen Geräten. Oder ist das heute nicht mehr so? Haben sich Kinder und ihre Lebenswelt so sehr verändert?

Jedes Kind aber, wirklich jedes Kind, das Weihnachten feiert, sollte zu Weih­nach­ten eine besondere Zeit erleben und auch ein Geschenk erhalten. Damit wir Eltern und Großeltern, wir Tanten und Onkel und Patinnen und Paten und Geschwister und Freundinnen und Freunde das Leuchten in den Augen sehen können, wenn am Abend unterm Baum oder inmitten von andrem Weih­nachts­schmuck all die Geschenke ausgepackt werden. Und sicher sollten wir weniger Angst davor haben, durch die Kleinheit des Geschenkes oder seinen geringen Preis ein Kind zu enttäuschen.

Wie das gehen kann? Ja, nun, das weiß ich leider auch nicht. Aber ich versuche seit langem schon, genau so zu schenken, wie ich es hier beschrieben habe.

 

Ich hoffe, diesen Text nimmt mir niemand übel, schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.

Der Emil

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das im Dezember täglich ab 21 Uhr des Vorabends bei der Versteigerung von #hand2hand22 tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür von ganzem Herzen.

 

P.S.: Gut fand ich am 01.12.2022 die Verfügbarkeit aller meiner Medikamente in der Apotheke, drei gegessene Apfelsinen, den Ringlstetter am späten Abend.
 
Die Tageskarte für heute ist die Vier der Stäbe.

© 2022 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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11 Kommentare zu #Advent 2022 (336): Das 2. Türchen

  1. Nati sagt:

    Guten Morgen Emil
    Damit hast du genau recht.
    Es ist allerdings nicht nur an Weihnachten so, dieses Konkurrenzdenken.
    Es zieht sich förmlich durch alles. Kleidung, Schule, Geburtstage.
    Teilweise werden Kinder als Statussymbole gezeugt und gehalten.
    Ich halte davon nichts und bin immer meinen Weg gegangen.

    • Der Emil sagt:

      Eine Zeit lang hab ich das wohl auch mitgemacht und versucht, „besser“ zu sein als andere Beschenker. Aber irgendwann …

      Kinder als Statussymbole – war (und ist) für mich gelernten DDR-Bürger unverständlich.

  2. Sonja sagt:

    Ein großes JA wieder mal, lieber Emil!

  3. Elvira sagt:

    Ich bastel gerade Lesezeichen für die Bücher, die, wie jedes Jahr, verschenkt werden. Bei uns gab es nie große, sprich teure, Geschenke. Nicht bei unseren Kindern und auch nicht bei den Enkeln. Aber ich beobachte dieses Konkurrenzverhalten auch in unserer Familie. Dabei sind es nicht die Kinder, sondern ein anderes Großelternpaar, das mächtig darauf bedacht ist, mehr und größer und teurer zu schenken. Leider ist ihnen in all den Jahren nie aufgefallen, wie schnell ihre Präsente wieder weggelegt wurden, weil es einfach zu viele waren und selten eines ein Jauchzen der Freude hervorrief. Ich beobachte meine Enkel das ganze Jahr und kenne ihre Herzenswünsche. Und wenn es eben „nur“ die heißersehnten Stifte für wenige Euros sind.
    Viel wichtiger als all diese Schenkerei ist das Beisammensein. Das Sitzen vor dem Weihnachtsbaum, das gemeinsame Musizieren und Singen. Gerade in diesem Jahr wird uns das wieder schmerzlich bewusst. Ein Weihnachtsfest, an dem wir nicht die Söhne mit ihren Frauen und den vier Kindern zusammen sehen werden, weil eines der Kinder schwer krank ist und es ungewiss ist, ob sie überhaupt zu Hause oder im Krankenhaus sein wird. Und wenn sie, was unser größter Wunsch ist, zu Hause bei ihren Eltern und dem Bruder sein darf, können wir sie nur über Videoschalte sehen.
    Das wichtigste Geschenk, das wir uns gegenseitig machen können, ist es, uns Zeit zu schenken. Zeit ist ein sehr kostbares Geschenk, das in keiner Währung bemessen werden kann.

    • Der Emil sagt:

      Du weißt ja, daß meine Geschichten aus vielfältigem Erleben zusammengeschrieben sind, nur selten einen einzigen konkreten „Grund“ haben. Und so wie Du habe auch ich in Beobachtung gelernt (langsam, ja) und mein Verschenken irgendwann geändert.

      Deinen letzten Absatz möchte ich gern kalligrafieren, vervielfältigen und sehr, sehr vielen Leuten vor die Stirn tackern …

  4. C Stern sagt:

    Ich kann mich Euch hier nur aus ganzem Herzen anschließen!
    Konkurrenz ist ein ganz schlechter Ratgeber – und ich kann ihr tatsächlich nichts abgewinnen und schon gar nicht, wenn es ums Schenken geht.
    Zeit, das höre ich sooft, sei das Wichtigste! Warum sind wir aber dann so wenige, die sich einfach nur Zeit schenken, um den Menschen, denen sie nahe sein wollen, in die Augen und in die Herzen zu blicken? Letztendlich sind es dann doch viel zuoft wieder die viel zu teuren Geschenke, die unter dem Christbaum liegen.
    Ganz ehrlich finde ich alles das, was selbst und mit Liebe gemacht verschenkt wird, am Schönsten. Und ja, ich freue mich besonders über selbstgestrickte Socken, denn gerade heuer wärmen sie mich ganz besonders …

    • Elvira sagt:

      Ich verschenke in diesem Jahr selbstgenähte Leseknochen und, wie oben schon erwähnt, Lesezeichen. Ein Enkel hat sich die explizit gewünscht. Auch das gehört mit zu den Zeitgeschenken. Oder die Stunde, in der mein Enkel vorgestern mit mir telefonierte, als am späten Abend seine jüngere Schwester wieder ins Krankenhaus musste. Dann lasse ich alles stehen und liegen, lege mein Tablet (Fernsehersatz) weg und höre zu. Denn mir geht es doch ebenso. Wie schrecklich fühlt es sich doch an, wenn ein Freund nur deshalb anruft, weil er gerade mit dem Auto unterwegs ist und mich über seine Freisprechanlage erreichen kann – oder jemand räumt gerade seine Spülmaschine aus und denkt, das wäre eine günstige Zeit. Beide Gespräche sind anstrengend, den einen verstehe ich schlecht, weil es immer mal wieder Funklöcher gibt und ich immer hoffe, dass das Gespräch ihn nicht beim Autofahren zu sehr ablenkt, beim anderen ist die Verständigung durch das klappernde Geschirr erschwert. Wenn ich jemanden anrufe, nehme ich mir die Zeit, setze mich aufs Sofa und konzentriere mich auf meinen Gesprächspartner. Ich schenke ihm oder ihr meine Zeit und meine Aufmerksamkeit. Vielleicht ist die Zeit für die meisten Menschen mit so viel Aktivitäten ausgefüllt – besonders bei den noch jüngeren, in Beruf und Familie eingespannten, dass die Zeit eine sehr knappe Ressource ist. Denn wenn ich ehrlich bin, scheint das auch für mich früher zuzutreffen. Vielleicht wertschätzen wir die Zeit um so mehr, je älter wir werden, da unsere Lebenssanduhr immer weniger Körnchen enthält.

  5. ELKE Pörschke sagt:

    Wenn meine Nichten, beide jetzt über 30, von ihren Erinnerungen mit mir erzählen, sind es die Seifenrutsche, das Budenbauen oder die Badezimmerfliesen mit Rasierschaum einstreichen und darin malen und matschig…ein Weihnachtsgeschenk ist nicht dabei🙂

    • Der Emil sagt:

      😀

      Hach, soeine Tante hätt‘ ich auch gern gehabt. (Hatte ich, aber die Erlebnisse waren andere: Burgbesuche, Walderlebnisse, eine von mir alleine aufgegessene Erdbeertorte …)

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