Die Sprache eine Dame von Adel.
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Die rechte Stunde
Annette Freiin von Droste-Hülshoff (∗ 1797 † 1848)
Im heitren Saal beim Kerzenlicht,
Wenn alle Lippen sprühen Funken,
Und gar vom Sonnenscheine trunken,
Wenn jeder Finger Blumen bricht,
Und vollends an geliebtem Munde,
Wenn die Natur in Flammen schwimmt,
Das ist sie nicht, die rechte Stunde,
Die dir der Genius bestimmt.
Doch wenn so Tag als Lust versank,
Dann wirst Du schon ein Plätzchen wissen,
Vielleicht in deines Sophas Kissen,
Vielleicht auf einer Gartenbank:
Dann klingt's wie halb verstandne Weise,
Wie halb verwischter Farben Guß
Verrint's um Dich, und leise, leise,
Berührt dich dann dein Genius.
Gedichte in Auswahl von Annette Freiin von Droste-Hülshoff. S. 10
Leipzig · C. F. Amelangs Verlag · 1912
So klang, so klingt die Sprache der Schriftstellerin und Komponistin Anna Elisabeth Franzisca Adolphina Wilhelmina Ludovica Freiin von Droste zu Hülshoff. Und wie ungewohnt scheint sie mir heute, diese Sprache … Bildhaft romatisch verklärend? Ich weiß es nicht. Mir gebricht es wohl an den Erfahrungen der damaligen Verhältnisse, um diesen Sprachgebrauch zu verinnerlichen und zu pflegen – denn wie war die Welt vor zweihundert Jahren? Seltsam, daß (auf mich) die Poesie in diesem Fall unverständlicher, verschrobener, ja abgehobener wirkt als die Prosa aus jener Zeit.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 20.08.2021 waren positiv ruhige Ankunft auf dem Markt, viele bekannte Gesichter, nette Nachbarn.
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Stäbe.
© 2021 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


mir gebricht es…
ach, man möge anspannen…
verschroben, abgehoben
ein poetischer samtvorhang.
vielleicht ist ja plötzlich
alles gut