Geschichtsträchtige Lesestoffe wiederholen.
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Da liegen drei Bücher bei mir, in denen ich zur Zeit lese. Drei. Und in jedem blättere ich immer wieder zurück, um das gerade gelesene Kapitel, die gerade gelesenen Seiten noch einmal zu lesen. Und nocheinmal. Und erneut. Immer wieder bleiben Augen, Gedanken und Herz an den Sätzen hängen. An den Sätzen. Die sind Denkfutter vom Feinsten. In dem einen Kapitel des einen Buches geht es um eine genauere Betrachtung der 1976 erfolgten Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR. Und um die Folgen, die das hatte. Ich war damals 13. Ja, ich kann mich an die Mitteilungen erinnern, die von immer mehr ständigen Ausreisen aus der Republik berichteten: Künstler konnten mit dem Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit nicht mehr leben und in diesem Widerspruch nicht mehr schaffen. Ja, andere blieben und wirkten weiter. Schriftsteller. Musiker. An die kann ich mich wirklich erinnern. (Und auch an all die Spekulationen um den Tod eines Politbüro-Mitgliedes bald darauf.) Ein anderes Buch erzählt über Habenichtse in dieser oder jener Art: Auch da ist die Gefahr, mich mit einigen der Protagonisten zu vergleichen. Und das dritte beschreibt das Leben in der DDR, das mich ja nun tatsächlich noch immer beschäftigt. Ich hänge in der Vergangenheit, meint ihr?
Ich beschäftige mich mit dem, was ich heute erlebe, und versuche dazu zu ergründen, wie die Vergangenheit das in mir angelegt hat.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 02.01.2021 waren positiv einige Notizen, alte Musik zu hören, ein weiteres Buch zu beginnen.
Die Tageskarte für morgen ist der König der Stäbe.
© 2021 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Wir hängen alle in der Vergangenheit aber uns gehört die Zukunft. Wir sind wir, durch die Vergangenheit geprägt aber stets in der Lage das kommende zu sehen und zu gestalten…
Weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft leben wir – jetzt !
Ja, so ist es. Aber ohne meine Vergangenheit wäre es nicht mein Jetzt und nicht meine Zukunft.
Und es sind ja nur Bücher …
Das sehe ich auch so. Aber wie wir leben ist zum Teil bestimmt aus der Vergangenheit und was wir hoffen liegt in der Zukunft, das ist auch wichtig. Aber am wichtigsten ist, da gebe ich dir Recht das hier und jetzt.
Das Kommende kann ich nicht sehen, nur … ahnen. Wenn es dann da ist, dann kann ich es gestalten (in Grenzen, glaube ich).
Und nein, mir gehört die Zukunft nicht; für mich ist sie Möglichkeit (NEIN, NICHT Chance). Aber das ist eben mein Empfinden, mein Erleben.
Na ja, ich glaube schon, dass ich das Kommende durch mein Denken beeinflussen kann, in gewissem Maße zumindest. Die Zukunft gehört sicher niemandem aber die Zukunft kann für jeden alles bereithalten.
Hehe, lieber Emil,
setz dich mal mit dem Kaffeepott ans Fenster. Es gibt Schnee! Und den liebst du doch so. Bei dir, von da oben aus, ist der Ausblick über die Schneelandschaft bestimmt richtig schön.
Als ich zum ersten Mal in meiner Wohnung war, blühte der Kirschbaum vor dem Fenster. Jetzt sind seine Zweige verschneit. Und wieder fühle ich mich wie im Gartenhäuschen. Ich mach mir jetzt noch einen Kaffee, denn ich will noch nicht vom Fenster weg.
Grüße von nebenan.
Ja, hier ist es auch „weiß“ (schneeloswintergrau mit hellen Flächen dazwischen). Taut allerdings auch schon wieder weg.
Gartenhäuschengefühl würde mir auch gefallen – mit dem Geruch und der Wärme eines mit Holz und Kohlen geheizten Ofens …
Ein Feuerchen habe ich leider nicht. Aber auch so ist alles gut. Mir fehlt nur noch ein Schaukelstuhl.
So etwas lässt mich dann auch mal Dinge vergessen, die ich bis heute nicht verwunden habe.
(Bring mich nur nicht auf Ideen …)
Es ist seltsam. Im Zusammenhang mit der Ausbürgerung von Wolf Biermann ist mir aus einer Fernsehsendung ein darin gebrachtes Biermann-Lied und daraus wiederum ein Satz unauslöschlich in Erinnerung geblieben: „ Wie nah sind uns manche, die tot sind, und wie tot sind uns manche, die leben. “
Das war ja sein Problem: Er sprach Wahrheiten aus auch über die DDR, deren Führung und über deren Umgang mit den Menschen im Land, direkt und ungeschminkt. Das gefiel „der Partei“ (einigen der Genossen aus der Parteispitze) nicht und deshalb mußte er schließlich draußenbleiben. Er war und ist ein ehrliches Arschloch.
Gut formuliert!