Nº 042 (2019): Mehr. Mehr. Mehr.

Allerdings werde ich dieses Mehr schaffen.

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Als ich heute wieder Bücher wegbrachte (ich muß derzeit wirklich als großen Erfolg ver­buchen, das geschafft zu haben) und extra wegen der elf ausgesuchten in die Innenstadt fuhr, überschritt ich schon die Zwanziger-Marke. Exakt 21 Bücher habe ich mit den heutigen elf mittlerweile im Februar in die entsprechenden Bücherregale, -telephonzellen und -schränke gestellt. Und – ich bitte um angemessen frenetischen Beifall – ich nahm heute kein einziges Buch aus dem Öffentlichen Bücherregal wieder mit nach Hause. Das passiert so selten, daß ich mich dafür wirklich feiern kann. — Natürlich ist das nicht nur meinem Starken Willen geschuldet, ganz im Gegenteil: Es war diesmal wirklich nichts dort, das meine Neugier auch nur halbwegs geweckt hätte. Und das passiert wirklich sehr, sehr selten, also echt nicht oft, nicht oft genug jedenfalls.

Da hatte ich ja den Rückweg noch nicht angetreten.

Der Heimweg. Es gibt ihn in mehreren Varianten. Die eine, die mich auch zum Discounter bringt, führt vorher noch an einer Buchhandlung vorbei. Wie gemein ich diese Grab­bel­ti­sche finde, die davor aufgebaut sind und viele sogenannte Mängelexemplare bereithalten! Ich hätte es ahnen, nein, sogar wissen müssen, daß – wie früher schon erlebt – mich die buchlose Rückkehr von den Tauschstellen geradezu krankhaft zwanghaft in den Bü­cher­ber­gen der Buchhandlung wühlen und finden lassen muß. Ich konnte die zwei Euro wirklich nicht bei mir behalten, die ich für zwei Reclambändchen dann ausgab. Die werde ich auch beide lesen, wirk­lich, selbst wenn ich zu deren tatsächlichem Verständnis vielleicht nicht genug studiert habe in dieser Fachrichtung. Egal.

Jedenfalls werde ich mehr als die 28 vorgesehenen Bücher weggeben. Ich sehe ja, wieviele Bücher hier aufs Lesen warten und wieviele gelesene Bücher sich hinter ihnen verbergen. Da sind natürlich welche dabei, die ich um keinen Preis der Welt weggeben möchte. Aber eben auch viele andere, von denen ich nicht mehr weiß … Ich werde ja weiter darüber berichten. Was ich nicht mitteilen werde: die Titel der freigelassenen Werke.

Ach, die heute für je einen Euro gekauften gelben Reclams sind übrigens “Zum ewigen Frieden” von Immanuel Kant und “Kommunikatives Handeln und detranszendentalisierte Vernunft” von Jürgen Habermas. In dessen Vorwort schon wurde ich neugierig gemacht auf mehr Habermas. Ich ahne Schreckliches.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Am 11.02.2019 waren positiv der Gang in die Stadt, ein großer Fortschritt beim Ordnen, interessante Informationen am Abend.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zehn der Kelche.

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Über Der Emil

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0 Kommentare zu Nº 042 (2019): Mehr. Mehr. Mehr.

  1. Myriade sagt:

    Die Frage ob man zu viele Bücher haben kann, halte ich für ungeklärt. Ich würde eher „nein“ sagen, aber man muss sie halt irgendwo unterbringen

  2. socopuk sagt:

    Ich versuche auch mein Bücherregal zu verkleinern. Viel ungelesenes, auf das ich aber auch keine Lust habe, ist schon weg. Immer noch zweireihig… Es tut mir auch ein bisschen leid, dass die Autoren sich solche Mühe gegeben haben, und ich es offensichtlich nicht zu schätzen weiß. Und die Bücherbestellliste hat schon wieder mehrere Einträge, darunter Frisch für Juli 🙂
    Lg Anna

  3. Sofasophia sagt:

    Frenetisch applaudierend und sehr verständnisvoll nickend 😊

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