Lesevorhaben aufgrund zweier Sätze.
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Christa Wolf setzte ihrem Aufsatz »Max Frisch, beim Wiederlesen oder: Vom Schreiben in der Ich-Form«, welchen sie in die erkennbaren Abschnitte “Vorausgesetzt”, “Angenommen”, “Unvermittelt” und “Betroffen” gliedert, ein Zitat von eben jenem Herrn Max Frisch, dem Autor von “Homo Faber” und “Mein Name sei Gantenbein” voran:
»Im Grunde ist alles, was wir in diesen Tagen aufschreiben, nichts als eine verzweifelte Notwehr, die immerfort auf Kosten der Wahrhaftigkeit geht, unweigerlich; denn wer im letzten Grund wahrhaftig bliebe, käme nicht mehr zurück, wenn er das Chaos betritt — oder er müßte es verwandelt haben.
Dazwischen gibt es nur das Unwahrhaftige.«
Max Frisch, 1946
Nun, diese Sätze stammen, soweit ich das wissen kann, aus dem ersten seiner literarischen Tagebücher 1946-1949 (vielleicht auch aus dem “Tagebuch mit Marion”, einer Teil-Vorveröffentlichung). Und Christa Wolfs Aufsatz kann ich nur zu lesen empfehlen.
Warum?
Weil ich erst nach der Lektüre dieses Textes tatsächlich mich an Max Frisch herantraute, irgendwann in der DDR oder kurz danach. Und weil ich ihn in diesem Jahr wiederlesen möchte, soweit das geht. Anfang der nächsten Woche schau ich in der Stadtbibliothek mal nach dem Gantenbein …
(Und weil mir diese Sätze vom ollen Frisch gerade sehr nahegehen, sehr. Ich las den Aufsatz heute in Christa Wolf: Fortgesetzter Versuch. Aufsätze Gespräche Essays S. 270 ff. © 1980 Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, DDR; RUB 773)
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Am 18.01.2019 waren positiv etwas Gelesenes, Bratwurst mit Sauerkraut, der Buchfink.
Die Tageskarte für morgen ist die Vier der Schwerter.
© 2019 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Danke für den Tipp!
Es sind ja sogar zwei … Frisch & Wolf.
Eben, mein ich doch. Wie wärs wenn wir uns mit gantenbein oder homo fabet absprechen und dann im juli austauschen? Lieblingssätze, etc…?
Eher Gantenbein. Oder die 46-49er Tagebücher. Nicht Homo Faber.
Das klingt nach einer feinen Leseempfehlung. In mir klingt noch immer Christa Wolfs letztes Buch nach. Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud.
Naja, es ist schon … sehr DDRig. Also befremdlich für jene, die ihre Kenntnis nur aus bundesdeutschen Medien haben. Aber da sind zwei Gespräche mit Anna Seghers drin und eines mit Elke Erb, und das Essay über Karoline von Günderrode …
Kein Ort nirgends. Das mag ich so sehr.
Mein allerliebstes Lieblingsbuch von ihr (es ist ihm anzusehen, ich bekam es 1980).
Was Wolf und Frisch wohl zur aktuellen Debatte zum Thema ‚Erzählperspektiven‘ sagen würden?
Gute Sache, dein Vorhaben!
Ähm. Da gibt es eine aktuelle Debatte?
Guck mal bei Jutta drüben:
http://juttareichelt.com/2019/01/18/wer-darf-welche-erzaehl-perspektive-einnehmen/
Ja, mittlerweile (also vor ner halben Stunde) hab ich es auch gefunden. Danke!
Dann die Tagebücher, das ist ja fast wie daily blog 🙂
Hast du eine Ausgabe oder leihst du sie dir aus?
Zuerst such ich sie in der Bibliothek, dann beim ZVAB 😉
(Beim http://www.zvab.de gibt es Das Tagebuch 1946-1949 für ganz schmales Geld.)
Wär gut wenn wir die gleiche Ausgabe ergattern, wegen der Seitenzahlen 🙂
Beim Tagebuch reichen doch die Datümse, oder? (Außerdem: Ich will da nichts exzerptieren!?)