Irgendwann ist jetzt (Nº 223/2018)

Aufräumen, auch in mir.

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Sonderbarer Tag. Sonderbare Stimmung. Sehr nahe am Wasser gebaut bzw. aüßerst schnell und heftig angerührt von irgendwas, das “so traurig”, “so schön” oder “ach verdammt, das hätte ich auch gerne mal (wieder)” ist. Manchmal hasse ich mich für diese … naja. Viel besser ging es mir mit dem weiteren Aufräumen im Rechner jedenfalls nicht. Wenn ich vorher gewußt hätte, wie nah mir so manches geht, das ich schon lange überwunden glaubte. Aber aufräumen muß ich, wirklich. Da ist ja noch das Verzeichnis mit dem gescannten Papierkram. An dem saß ich heute, um doppelte Dateien auszumisten, eine wirklich notwendige Arbeit. (Da fragte ich mich auch, wo ich manchmal meinen Kopf hatte beim scannen, wie ich es schaffte, so vieles zweimal zu scannen.) Egal. Getan weden muß es. Und da waren nicht nur doppelte Dateien auszumisten, sondern ich habe auch einige Dateien ganz gelöscht. Alte Kassenzettel von Geräten, die ich schon lange nicht mehr besitze, Bedienungsanleitungen dazu, Artikel aus Fachzeitschriften zu Themen, die vor über zwanzig Jahren aktuell waren. Zeitungsausrisse, Kalenderblätter, Eintrittskarten. Postkarten aus der MHO, die ich während meines Wehrdienstes in der NVA kaufte – altes Zeug, das zum großen Teil seine Bedeutung für mich verloren hat und doch noch Erinnerungen hervorrief. Schnüff. Fertig bin ich noch lange nicht damit.

Naja. Es dauerte alles ein wenig länger, war ein wenig emotionaler als geplant. Am Ende aber wirkt es doch befreiend, glaube ich. Irgendwann wird es das mal sein. Hoffe ich. Meine Festplatte jedenfalls ist wieder etwas leerer als gestern. Ein paar Erinnerungen sind hochgekommen, einiges hat seine bedrohlichen, schmerzlichen Seiten verloren, anderes ist noch … Naja, das braucht noch Zeit und Arbeit und Abstand und Einsortieren. Es ist übrigens nicht (nur) das Buch und sein Inhalt, das mich zu dieser Aufräumerei treibt, aber es gab mir einen Anstoß dazu. Das Angefangene wiederaufzunehmen, weiterzumachen. Oft genug bin ich davor zurückgeschreckt. Aber gestern schon und heute wieder hab ich es geschafft, mich mit Altem, Verdrängtem zu beschäftigen. Es muß ja irgendwann einmal gemacht werden. Grad bin ich dazu in der Lage.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 11.08.2018 waren Entsorgtes, Gesichtetes, Erinnertes.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Königin der Schwerter.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Irgendwann ist jetzt (Nº 223/2018)

  1. Sofasophia sagt:

    Ich habe ein Ubuntu-Programm, das identische/doppelte Dateien (auch wenn sie anders heißen), finden kann. Soll ich dir den Namen suchen?

    Ich finde es übrigens viel gesünder, nah am Wasser gebaut zu sein als in einer emotionalen Wüste.

    (So aufräumen will/sollte ich auch endlich mal. Mich gruselt davor.)

  2. Weena sagt:

    Ich bin fasziniert davon, was du alles eingescannt hast. Wahrscheinlich bin ich da völlig aus der Art geraten. Ich mag Papier lieber. Lässt sich für mich auch schneller wegwerfen. Seit einem Jahr allerdings praktiziere ich die Ein-Schubkasten-Methode. Schubkasten auf, Beleg rein, Schubkasten zu. Mehr geht gerade nicht. Aber ich weiß, alles was irgendwie wichtig schien aus dem letzten Jahr ist DA drin.

    • Der Emil sagt:

      Ich hänge auch am Papier. Und bevor ich es wegwerfe, scanne ich es ein, scannte ich es ein. Könnte ja sein, nach dem Wegwerfen brauch ich es nochmal …

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