Nº 320 (2016): Museumsbesuche.

Sie wollen gut bedacht sein.

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Manchmal bin ich Firmen wie den hiesigen Stadtwerken doch sehr dankbar (obwohl sie es … ach, lassen wir das). Jetzt gerade bin ich das in der Vorfreude auf den heutigen Tag. Denn: Heute ist Stadtwerke-Tag in der Moritzburg, dem Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt. Und ich gehe hin. Ins Museum. Ich war bisher viel zu selten dort, vielleicht ganze vier Mal? Ich kann es nicht mit Sicherheit rekonstruieren, aber einmal vor dem Bau des Blechdachdingens, einmal mit der Tagesklinik, einmal zur Museumsnacht … und dann? Doch nur drei Mal? Verdammt, warum muß das mit den Erinnerungen nur so kompliziert sein!

 

Aber heute, heute gehe ich dort hin. Heute werde ich es genießen. Neugierig hinsehen. Schubladen öffnen (ich weiß, daß die Besucher das durften, um mehr Grafikblätter zu sehen), eingehend betrachten, mit den Augen darüberstreifen, darum herumgehen. Es sind vor Ort, im Museum doch noch andere Sinneseindrücke möglich als auf der zwar lobenswerten, aber die Wirklichkeit nur teilweise abbildenden Webseite Museum Digital, die auch noch nicht alle Exponate zeigt. Und doch werde ich mich auch dort weiter umsehen, in der Moritzburg, in den anderen 83 Museen Sachsen-Anhalts, in den anderen Museen aus anderen Bundesländern. (Hach, auch das Schneeberger Museum für Bergmännische Volkskunst ist dabei.)

Ich bedaure es, daß in diesem Land ein Museumsbesuch mehr Geld kostet, als mir für einen Tag für Essen und Trinken zur Verfügung steht. Damit werden die ökonomisch schwachen Menschen, die zum Beispiel von ALG-II oder von Sozialgeld oder von winzigen Renten leben, ausgegrenzt aus kulturellem Erleben. Dabei soll doch mit diesen Leistungen das soziokulturelle Existenzminimum ebenso abgesichert sein … Naja, hier in der Stadt muß ich ja schon das Zweieinhalbfache des für Verkehr vorgesehenen Regelsatzanteils (25,45 Eu) für eine Monatskarte des ÖPNV bezahlen, das heißt, mein für “Freizeit, Unterhaltung, Kultur” (44,60 Eu) zugeteilter Betrag geht zum größten Teil mit dafür drauf (andere Anteile des Regelsatzes eben für die Stromrechnung). Vielleicht schaffe ich es, mir für nächstes Jahr eine Jahreskarte zu erwerben oder schenken zu lassen … Wollte ich eigentlich seit 2011 jedes Jahr haben, hab es aber nie geschafft.

 

Plan? Für 2017? Zusätzlich zum #oekuweg? — Jepp. Plan Jahreskarte. Und danke, Stadtwerke.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 14. November 2016 waren eine gute Tat, Kartoffeln, Quark und Leberwurst, ein paar gescannte Zettel.
 
Tageskarte 2016-11-15: Der Ritter der Stäbe.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Nº 320 (2016): Museumsbesuche.

  1. Ach Emil, eigentlich geht’s mir richtig gold. Ich habe soviel mehr Geld zu Verfügung und jammere. Ich wünsche dir so sehr, dass du wenigstens deine Fahrkarte finanziert bekommst.

  2. nurbanales sagt:

    Ich liebe Museumsbesuche. Eigentlich wollte ich mir dieses Jahr zum Geburtstag von meinen Söhnen eine Jahreskarte schenken lassen. Habe aber in der letzten Zeit leider feststellen müssen, Arbeit, Arztbesuche und Museumsbesuche schaffe ich nicht alles. Deshalb muss die Karte nochmal warten. Schade.

  3. Pit sagt:

    Da gebe ich Dir Recht: Kultur genießen zu können darf nicht kosten! Und was den ÖPNV angeht: warum nicht kostenlos? Extrem defizitär ist der ja ohnehin, und es würde die Akzeptanz ganz wesentlich erhöhen und so der Umwelt dienen.

    • Der Emil sagt:

      Ich wäre sofort dafür, ÖPNV kostenfrei anzubieten, dafür die Innenstädte noch weiter freizuhalten von Motorisiertem Individualverkehr. Aber „was nichts kostet, ist nichts wert“ und je teurer der ÖPNV wird, um so weniger davon muß angeboten werden …

      Scheiß Profitlogik.

      • Pit sagt:

        Ich bin mir nicht sicher, ob meine Informationen stimmen, aber ich meine zu wissen, dass Zürich vor vielen Jahren einmal den Versuch gemacht hat, den Fahrpreis im ÖPVN zu reduzieren und siehe da: es sind so viele Leute auf den umgestiegen, dass die Stadt MEHR eingenommen hat als vorher.

  4. Clara HH sagt:

    Hallo Emil, bis 2010 war ich ja auch Hartz-IV-Empfängerin. Damals kostete ein Sozialticket für Berlin A + B 34,00 € – das fand ich ziemlich günstig. Und dann waren die meisten Museen kostenlos – nur private Sammlungen erkannten den Ausweis nicht an.
    Ich bin kurz vorher, als ich dann in Rente ging, noch einmal in den meisten Museen gewesen. – Jetzt habe ich nicht die Mindestrente, muss GEZ, Verkehrsmittel und anderes voll bezahlen und finde, das ich mit H-IV auch nicht viel schlechter gefahren bin.
    Toitoitoi – ein Sponsor oder eine Sponsorin wäre doch gar nicht so schlecht!

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