Advent 2015: das 18. Türchen (352/13)

Erinnern an Weihnachten in Afrika

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Meinen Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen fernab von zuhause, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen.
 
Ich wünsche all diesen Menschen und mir eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Meine Kerzen brennen für alle, die Hoffnung brauchen.

 

Seit einiger Zeit arbeite ich beim Radio mit einem Menschen zusammen, der vor vielen Jahren aus Burkina Faso fliehen mußte. Er war dort Lehrer und Christ. Nun lebt er in Halle (Saale) und ist noch immer Christ. Er freut sich über Schnee und mag die Advents- und Weihnachtszeit hier. Ich war neugierig auf seine Eindrücke von, seine Erinnerungen an das Weihnachtsfest zuhause in Afrika:

 

 

» Es gab in Afrika, genauer gesagt in Ouagadougou nie Schnee. Es wurde zwar kalt im Winter (etwa + 10 °C), aber Schnee habe ich erst in Deutschland kennengelernt.

Weihnachten so wie hier gibt es also nicht. Trotzdem feiern fast alle Menschen dieses Fest. Nur eben anders als hier. Und zumindest in Burkina Faso sind auch nur der 24. und der 25. Dezember Feiertage. Kann sein, daß der 26. immer dann auch noch Feiertag ist, wenn er auf einen Montag fällt – aber das weiß ich nicht mehr so genau.

Die Kinder haben um diese Zeit Schulferien. Am Heiligen Abend in der Nacht gingen wir in die Kirche. An einen Weihnachtsbaum kann ich mich auch nicht erinnern. Wichtig war, daß die Kinder zu Weihnachten Bekleidung geschenkt bekamen. Das war ganz wichtig, ohne die haben sich die Kinder nicht gefreut. Die wurde extra gekauft, oder die Familie ließ sie bei einer Schneiderei anfertigen.

Und zum Gottesdienst wird gegangen. — An mehr kann und will ich mich nicht erinnern … «

 

 

Mehr wollte er mir nicht erzählen, als ich ihn im vorigen Jahr danach fragte. Ich weiß auch nicht, ob sich dort etwas am Fest geändert hat, seit der Zeit, da er weggehen mußte. Ganz speziell für ihn sage ich heute schon: “Je souhaite tous un joyeux Noël et une saine et heureuse nouvelle année 2016!”

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 17. Dezember 2015 waren eine zur Hälfte geschaffte große Reparatur, eine Weihnachtskarte von der schreibfaulsten Schreiberin überhaupt, ein ruhiger Abend und ein toller Film.
 
Tageskarte 2015-12-18: Der Bube der Stäbe.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Advent 2015: das 18. Türchen (352/13)

  1. Sofasophia sagt:

    Ich wusste gar nicht, dass ich dir eine Weihnachtskarte geschickt hab … *grinsendab*

  2. piri ulbrich sagt:

    Mit wie wenig man zufrieden sein kann, merken wir – verwöhnten Mitteleuropäer – erst, wenn wir andere Menschen erzählen hören. Danke für diesen Beitrag, er hat mich mal wieder Demut gelehrt!

  3. Ulli sagt:

    Da erinnere ich mich nun, dass auch bei uns Kleidung ein wichtiger Bestandteil von Weihnachten war- ich bekam u.a. immer einen neuen Schlafanzug (später ein Nachthemd), den hatte die Mutter dann auch schon gewaschen, weil sie ja wusste, dass ich ihn sofort anziehen wollte und mit dem neuen Buch, das es auch immer gab, am liebsten nach dem Essen in mein Bett verschwand …
    die Patentante schenkt immer Unterwäsche mit Kratzspitze, die Jahr für Jahr in den Tiefen meines Kleiderschrankes verschwand- ich hasste kratzende Spitze! Zu Nikolaus gab es immer so das was fehlte, Socken, Schal, Mütze, Handschuhe u.ä.
    danke für die Erinnerungskiste!

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