24. Türchen: Der Weihnachtsabend (Nº 358)

Ein Weihnachtswunder für jeden Menschen

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Meinen Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind. Und ganz besonders schreibe ich meinen Adventskalender in diesem Jahr für eine Bloggerin.
 
Ich wünsche mir und Dir, Chaoskatze, eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Alle meine Kerzen brennen für Dich und für alle Menschen, die Hoffnung brauchen.

 

 
Der Weihnachtsabend
 

Vierundzwanzigster Dezember. Heilig Abend. Vorbei die Adventszeit. Vorbei der Einkaufsstreß, ihr wißt schon, wegen der Geschenke. Die Hektik zuhause, schließlich mußte die gesamte Weihnachtsdekoration aufgebaut werden. Die vielen Tage harter Arbeit in der Küche, beim Plätzchenbacken. Und beim Zubereiten des Weichnachtsabendfestessens. Auch wenn es kein Neunerlei ist. Aber das geschenkte, vom Nachbarn selbstgeschossene Wildkaninchen wollte auch gebeizt und gebraten sein, der Rotkohl geschnitten und gedünstet. Heute werdem dazu nur doch die Kartoffeln gekocht.

Der Rest des Tages wird vergehen. Sicher ist hier noch ein Handgriff nötig und da. Der Baum wird geschmückt. Die Wäsche muß noch von der Leine, gebügelt und in den Schrank geräumt werden. Das hat Zeit bis nach dem Frühstück. Ach ja, das Frühstück: Kaffee, heute der besondere, von der in der Stadt ansässigen kleinen Rösterei, und dazu Weihnachststollen und Dominosteine.

Alles muß fertigsein bis zur üblichen Stunde. Um 18 Uhr versammeln wir uns um den Tisch, neben dem Weihnachtsbaum. Gegessen wird im Wohnzimmer, ausnahmsweise. Und nicht in der Alltagskleidung, sondern festlich gekleidet. Nach dem Essen gibt es noch Kompott, der Wein wird geleert und dann wird abgräumt. Wenn die Pyramide wieder auf dem Tisch steht, ist es Zeit für die Bescherung. Sind die Kinder klein, kommt dazu noch der Weihnachtsmann; später hat der die Geschenke schon am Nachmittag abgegeben.

Die Geschenke. Um die sich in den letzten Wochen beinahe alles drehte. Sind es die richtigen? Ist die Freude echt, wurde die Überraschung nur geheuchelt? Der Mann wurde lange nicht mehr lesend gesehen, ob da dieses Buch das Richtige für ihn ist? Schminkzeug für die pubertierende Tochter, es scheint die gewünschte Marke zu sein. Der Sohn bekommt sein erstes Mobiltelefon, zwar nicht mit dem angefressenen Apfel drauf, aber die Größe scheint in Ordnung zu sein. Und der Kleine baut gerade seine Autorennbahn auf.

Und ich? Ich habe die Spülmaschine eingeräumt, während der Rest der Familie seine Geschenke ausprobierte. Denen ist überhaupt nicht aufgefallen, daß ich kein Geschenk bekommen habe. Nichts. Garnichts. Nichteinmal das übliche Parfüm. Und fürs Bildermalen oder Selbstgebasteltes ist mittlerweile sogar der Kleine zu alt, zu groß. Es ist keinem aufgefallen, daß ich wieder in die Küche gegangen bin.

Ich habe so viel Wut im Bauch, das Herz ist soooo leer. Mir fehlen sogar die Tränen, ich wische mit dem Stück Küchenrolle nur so über meine trockenen Wangen. Enttäuschung. Scheißweihnachten. Wenn jetzt kein Wunder geschieht …


 

 

Ja, wenn in diesem Moment kein Wunder geschieht, dann bleibt das beschriebene Weihnachtsfest eines der traurigsten, das je eine Mutter und Frau erlebt hat. Männern und Vätern kann es übrigens ganz genauso ergehen. Aber was, was nur hilft gegen diesen Schmerz? Hat die Familie vielleicht doch ein Geschenk vorbereitet? Oder erscheint ein Engel? Der Kollege, der sie seit Monaten anflirtet, ruft an? Der Vater fährt in einem Taxi vor, nach zehn Jahren, und hat das Geschenk der Familie bei sich? Ein Obdachloser bittet um Einlaß und schenkt dafür etwas Unvergessenes aus der Kindheit?

Wißt ihr was? Das ist mein Weihnachtsgeschenk für euch, die ihr alle hier mitlest: Jede von euch, jeder von euch bekommt seinen ganz persönlichen Schluß, sein ganz eigenes Weihnachtswunder. Schreibt, denkt, malt, singt, filmt, zeichnet, fotografiert, dichtet, erlebt es euch dazu!

Denn ich, ich glaube ganz ehrlich an das Gute im Menschen, daran, daß am Weihnachtsabend jeder Mensch ein kleines Glück erlebt. So wie mir es heute Abend auch geschehen wird.

 

Fröhliche Weinhachten.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 23. Dezember 2013 waren der fertige Braten, der letzte Einkauf vor dem Fest, ein … wie nenn‘ ich das jetzt bloß … süßes Treffen am Vormittag.

© 2013 – Der Emil. Der Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Antworten zu 24. Türchen: Der Weihnachtsabend (Nº 358)

  1. Frohe Weihnachten, alles Gute und mögen sich Deine Wünsche erfüllen. Das ist das Wichtigste auf der Welt, unschätzbar wichtig!
    Das wünscht Dir Charly Schwarzer 😀

  2. Amelie sagt:

    Frohe, fried- und lichtvolle Weihnachtstage für Dich, lieber Emil.
    Amelie

  3. piri ulbrich sagt:

    Lieber Emil, frohe gesegnete Weihnachten mit einem Sack voller Geschenke…

    Aus dem kleinen Dorf im wilden Süden kommen die guten Wünsche.

  4. Gesegnete Weihnacht!
    M.M.

  5. Sofasophia sagt:

    hey, das ist mal eine schöne open-end-geschichte.
    dir wünsch ich dein persönliches weihnachtswunder heute oder wann immer. herzlich soso, die ab jetzt hier wieder regelmässig mitliest 😉

    • Der Emil sagt:

      (Das ist mir wirklich schwergefallen, etwas ohne Ende stehenzulassen. Aber ich hatte zuviele Enden dafür 😉 )

      • Sofasophia sagt:

        aus vielen enden lässt sich ein zopf flechten!
        🙂

        • Der Emil sagt:

          Zeig mir einen Zopf aus 1096 Enden …

          • Gerlinde sagt:

            Der ‚1 like it‘ ist von mir; Grund:
            wenigstens ‚diesbezueglich‘ nicht arbeitslos 😉

            Komm‘, die ollen Zoepfe kriegste schon noch hin; ganz fest die Daumen gedrueckt und hinterher noch ‚oh Du Froehliche(r)‘ fuer Dich und ein gutes Neues Jahr – speziell f. die ‚Zoepfe‘.

            Haette Dich heute fast auf ’net‘ nicht erkannt – thumbs up hierfuer 😀

            LG, Gerlinde

  6. Brigitte sagt:

    Hach Emil, ich habe deine 24 Fensterchen genossen, so wunderbar geschrieben. Von allem etwas dabei: Interessantes, Neues, Traditionelles, Nachdenkliches und auch Lustiges. Diese Art zu schreben gefällt mir, mir geht das leider ab.
    Na egal, auf alle Fälle wünsche ich dir frohe Weihnachten und ein kleines Weihnachtswunder.
    Kannst ja auch mal von meinem Neinerlaa naschen.http://www.blechi-b.de/advent/24.html.
    Bei mir wirds das heute allerdings nicht geben, wir haben die Speisen in den letzten Tagen nach und nach gegessen und heute bleibt dann die Ente mit Klößen und Rotkohl übrig. Aber das mit dem Geldstück unter dem Teller werde ich mal versuchen, vielleicht hilfts ja :-).
    Tschüssi Brigitte

  7. Anna-Lena sagt:

    Ich wünsche dir ein ‚wunder’volles Weihnachtsfest mit besinnlichen und friedlichen Stunden, lieber Emil
    Mit herzlichem Gruß
    Anna-Lena

  8. Brigitte sagt:

    Jetzt habe ich doch glatt vergessen, dir einen Link aus der Heimat zu schicken http://www.juergen-huss.de/index.php?id=520
    Tschüssi Brigitte

  9. Gabi sagt:

    Interessante Geschchte. So kann sich jeder sein eigenes Ende spinnen.
    Lieber Emil, vielen Dank für all Deine schönen Beiträge während der Adventszeit. Du hast damit sehr viel dazu beigetragen, dass ich so einiges von meiner „Weihnachtsmuffeligkeit“ ablegen konnte.
    Ich wünsche Dir ein schönes und ruhiges Weihnachtsfest und dass Du es so verbringen kannst, wie Du es Dir vorstellst. Und vielleicht geht ja auch der eine oder andere Wunsch ans Christkind in Erfüllung.
    Liebe Grüße
    Gabi

  10. Lieber Emil,
    ich wünsche dir ein Weihnachtsfest voller Wunder.
    LG Gabi

  11. Gudrun sagt:

    Es ist schon spät, aber jetzt komme ich dich schnell noch besuchen, setze mich einwenig noch zu dir. Einen Weihnachtswunsch habe ich mit für dich. Es sollen dir nämlich nie die Ideen ausgehen, es an Worten fehlen. Viele Gechichten sollen noch entstehen und ich möchte auch welche davon lesen können.
    Und ganz fest drücke ich dir die Daumen für dein ganz persönliches Weihnachtswunder.
    Gruß von nebenan.

    • Der Emil sagt:

      Ach Gudrun, gern würde ich Dir jetzt einen heißen Met abgeben 😉

      Jaja, ein kleines ist geschehen. nicht eines von denen, die ich erhofft hatte — ein andres, völlig unerwartet. Und sehr schön.

      Danke für Deine guten Wünsche. Und Dir, Dir möge der Faden nie reißen!

  12. minibares sagt:

    Ich habe meine erste Christmette in der für uns neuen Kirche erleben dürfen.
    Es war so schön. Und sie haben einen mächtigen Kronleuchter, der war mir wohl schon vorher aufgefallen. Aber heute war er an, mit richtigen, lebendigen Kerzen.
    Das ist ein Anblick, morgen bei mir zu sehen.
    DAS war mein besonderes Erlebnis heute.
    Fröhliche Weihnachten dir, lieber Emil
    Bärbel

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