Böse Musik (#215)

Die Andere Boygroup

To get a Google translation use this link.

Gestern hörte ich mir nach langer Zeit mal wieder Knorkator an. Mir war nach “Rumarschmetal” wie die Musiker ihren Stil sintemalen selbst bezeichneten. Zuerst gab ich mir die “Highmudleader” (sprich: Heimatlieder) und danach noch das Debutalbum “The Schlechtst of Knorkator”. Auf dem war ja auch das Lied, mit dem diese Boygroup in der Metal-Szene bekannt wurde:

 

Ich bin in einer finsteren Sekte
Die in mir die Erkenntnis weckte
Dass unsere kurze Daseinsfrist
Mehr Spaß macht, wenn man böse ist
Nun hat man mich zwar gut erzogen
Hab nie geklaut, hab nie gelogen
Doch künftig werd ich danach streben
Mich ganz dem Bösen hinzugeben

Quelle: Knorkator.de – Lyrix

 

 

So böse sein, wie das dort gesungen wird, das kann ich. Aber so richtig böse? Also: Wirklich böse?

Hm. Selbst der Sadist (im BDSM-Kontext) fügt ja nur Gewünschtes zu. Selbst meine Rachephantasien sind nicht so böse. Der Lächerlichkeit preisgeben, Mehrarbeit verursachen: das ist vorstellbar. Aber nicht: Etwas vollständig zerstören, absichtlich körperlich verletzen.

Falls ich jemandem seelischen Schmerz zufüge, dann aus Dummheit oder Unwissenheit oder weil ich ungewünschte Hilfe leisten möchte. Aber nicht mit der Absicht wehzutun.

Ich bin wohl doch nur ein treudoofer Dacken
und komme niemals im Leben nach Wacken …

Des Reimes wegen mußte aus dem Dackel ein Dacken werden. Danke an den NDR für dieses schöne, etwa einstündige Video, das ich mir auch noch komplett angesehen habe.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 1. August 2012 waren ein schöner Abend draußen und ein netter Schwatz mit einer guten Freundin ganz weit weg (und der nach nunmehr vier Tagen fast komplett verschwundene Juckreiz).

© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

215 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 313 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Gedachtes, Gesehenes, One Post a Day, postaday2012 #oneaday abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

0 Kommentare zu Böse Musik (#215)

  1. Inch sagt:

    Schönes Video. Aber ich seh die lieber live 😀

  2. Ich will jetzt nicht vermessen sein und schales Softeis mit relativ effizienter Schwefelsäure vergleichen, aber interessant ist es dennoch, dass der Textauszug in der Mainstream-Variante der Prinzen dereinst sogar zum kleineren Hit mutierte. Denn inhaltlich sangen die in „Schwein sein“ doch über nichts anderes als das, was auch dort oben beschrieben wird, oder? Was ich damit sagen will: Wenn derlei Texte im braveren Outfit daherkommen erweist sich, dass es sich eben offenbar nicht um ein Außenseiter- oder gar Sektengetue handelt, sondern „common sense“ ist.
    Ich muss mir allerdings selbst noch überlegen, ob mich das nun freut oder frustriert…;-)
    An sich denke ich aber auch, dass es „das Böse“ kaum gibt. Im schlimmsten Fall ist es wohl Opportunismus, der je nach Radikalitätsstufe an Brutalität gewinnen kann.

    • Der Emil sagt:

      Was ich hier stehen habe, ist sozusagen das Vorwort zum sarkastisch-satirischen Lied. Danach geht es im eigentlichen um Benimmregeln und Anstand – oder um gesunden Egoismus und falsche Bescheidenheid und überflüssige (sinnlose) Regeln …

      Bei den Prinzen muß ich jetzt wirklich passen, ab einer gewissen Zeit hab ich die nicht mehr an mich rangelassen.

      • Muss man auch nicht, schön singen können sie ja nun und Popmusik ist auch nicht immer so mies wie ihr Ruf, aber textlich geht es genau um das. „Du musst ein Schwein sein in dieser Welt“. Das Video wurde seinerzeit auch sehr dekadent aufgezogen.Ich finde es nur interessant, wie verschieden man mache Sachen verpacken kann. Auf Spiegel.de ist gerade ein Interview mit Herrn Grimme, dem deutschen SM-Papst. Ganz interessant, da sagt er zum Beispiel, dass es ihn immer verwundert, dass die perversesten Morde und Abartigkeiten gar kein Problem sind, wenn sie innerhalb eines TV-Krimis stattfinden. Sobald aber einer eine Peitsche auspackt und dabei Lack und Leder anhat wird PORNO draus und es wird als ganz übel abqualifiziert. Obwohl es genau benommen nicht im Ansatz so brutal ist wie der Krimi und: Täter und Opfer JA dazu sagen, wäährend im Krimi nur einer JA sagt, der andere aber NEIIIIN…
        Alles eine Frage der Kleidung also.

        • Der Emil sagt:

          Hab das Interview jetzt grad gelesen und heftigst geschmunzelt dabei 😉 Und mich über die Passage mit der gelungenen und mißglückten Kommunikation gar herzlich gefreut, weil es soooooo Recht hat damit.

          Aber zurück zur „bösen“ Musik: es ist m.E. das mehr oder weniger absichtliche Falschinterpretieren, Mißverstehen von Satire und Sarkasmus (oder das genau umgekehrte Problem, daß Ernsthaftes ins Lächerliche gezogen wird), mit dem in beiden Liedern gespielt wird 😉

  3. Frau Momo sagt:

    Wacken ist sicherlich ein Erlebnis, aber für mich wäre das nix. Zu viele Menschen auf zu wenig Raum….
    Und die Musik ist auch nicht so ganz meine Richtung, aber es ist schon ein verrücktes Event in diesem sonst so beschaulichen kleinen Dorf, durch das ich auch schon durchgefahren bin. Ist ja nicht soo weit von uns weg.

  4. daMax sagt:

    Boah. Knorkator in voller Länge. Prima Fund haste da gemacht. Danke. Ich hab die mal live gesehen und fand sie eher so mäßig gut. Also schon ganz okay aber nicht so toll wie ich sie mir gewünscht hätte. Egal. Trotzdem danke für das Vid.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert