Eine Nachbetrachtung
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Da waren sie also wieder unterwegs – die Herren am Herrentag … Nein, mit dieser Art der Belustigung, mit dieser Methode, einen Feiertag zu feiern, möchte ich nicht viel zu tun haben.
Früher, früher waren das Flurumgänge, d.h. man ging um seine Felder, Wälder, Gärten usw. herum, um einen Segen zu erbitten. Oder man ging ins Nachbardorf und traf sich dort zu einem geselligen Umtrunk.
Gestern zogen junge Kerlchen (und teilweise auch schon Frauengruppen!) am Morgen los mit nur einem Ziel: so schnell als möglich die mitgeführten Alkoholika zu konsumieren und so schnell als möglich “dicht” zu sein.
Nein. Solche Feierei mag ich nicht. Deshalb habe ich auch schon seit Jahren nicht mehr teilgenommen an diesen Vatertags- oder Männertagsausflügen, auch wenn ich mehrmals darum gebeten wurde.
An den Hintergrund dieses Feiertages mag ich erst recht nicht denken: Bei wievielen der zugedröhnten Jüngelchen wird überhaupt Wissen um diesen Hintergrund vorhanden sein?
Gut: Ich habe auch einige Ausnahme gesehen. Eine Gruppe rüstiger Männer, die mit Hut und Klingel am Gehstock singend hier am Haus vorbeizogen und in die Heide marschierten. Es könnte ein Chor gewesen sein (zumindest glaube ich einen der Sänger erkannt zu haben). Und auch Kremser waren unterwegs und eine Radfahrergruppe.
Bei deren Anblick erinnerte ich mich an die Himmelfahrt meiner Kindheit, die ja kein Feiertag war in der DDR. Trotzdem trafen sich Männer, manchmal nur im Schrebergartenverein, und hatten, ohne sich bewußtlos zu saufen, Spaß am Wandern und Feiern.
So sehr scheine ich der Vergangenheit nachzutrauern, daß ich mich an meinen eigenen Großvater erinnere.
Ich glaub‘, ich werd‘ alt …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
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Ich hab auch nix am Hut mit dieser Art „Mann“… finde ich einfach nur peinlich. Bei uns haben wir aber kaum noch solche Grüppchen gesehen (auch zum 1. Mai nicht!) kommt das doch aus der Mode?
LG, Petra
Ich hoffe, daß es bald wieder aus der Mode kommt.
Morgens um zehn läuteten die Kirchenglocken – die ersten Ausflügler erschienen nicht vor halb zwölf, ich war mit Bongo unterwegs und habe auch später tagsüber, fast nur gemischte Fahrradfahrer-Ausflüge gesehen; die Kulturelle Landpartie startete gestern ebenfalls; zahlreiche Besucher mit „auswärtigen“ Autokennzeichen entluden ihre Räder erst hier; allerdings gab es in meinem Ort ein für jeden offenes Dorffest, bei dem zum Schluss hin einige problemlos das von dir erwähnte Ziel erreichten. In einer alten Chronik aus dem frühen 18. Jahrhundert erwähnt, im Wendland für die Art des Feierns – unbeirrbar und der Verehrung der Natur zugeneigt – nichts Neues also. Nur daß es zu dem Zeitpunkt unter drei Tagen nicht ging. Ich stimme dir in dem Punkt zu, daß ich mit der Art der Zielsetzung vieler, sich nämlich per Alkoholkonsum eine Art persönlicher „Himmelfahrt“ anzusaufen, nichts anfangen kann.
Oh, bei euch läutet’s erst um zehn? Früher, im Erzgebirgsdorf, war das immer um neun, nicht nur beim Sonntagsgottesdienst …
Die KLP finde ich eine sehr schöne Sache!
Lieber Emil, gestern dachte ich zwischendurch , wir sind am Ballermann. Soviele zugedröhnte, laute Männergruppen zogen hier durch die Gegend.
Einge waren schon am frühen Morgen hackedicht.
Das kann es doch nicht sein, finde ich.
Grüßle!
Ballermann … Das hab ich auch noch nie verstanden …
* Ich glaub’, ich werd’ alt … * i wo — andere sehen es auch so ; )
Danke!
Ach, Emil, nein nein du wirst nicht alt. 🙂 Ich habe mich schon seit langem gefragt, warum der Vatertag, Vatertag heißt. Die Jünglinge, die da unterwegs sich, können mitunter noch keine Väter sein (viel zu jung), aber schon extrabreit.
Hier auf dem Land gehen die Männer zum Dautrappen. Frühmorgens geht es los. Meistens zu Fuß oder mit dem Pferdewagen. Während die Männer durch die Botanik wandern, vereiten die Frauen das anschießende Grillfest vor. Der Tag kling dann mit der Familie aus.
Natürlich gibt es auch hier Saufbold 🙁
Sonnige Grüße,
Monika
„Dautrappen“?
Aber ich merke schon, auf’m Land scheint es mit den Jugendlichen Extrabreiten nicht ganuz so schlimm (konzentriert) zu sein wie hier in der (Groß-)Stadt.
Lach
Ich klär dich mal eben auf 🙂 Dautrappen ist Plattdeutsch und bedeutet Tautreten. Da kannst du mal sehen, wie früh unsere Väter losmarschieren.
’n lütt bäten Plattdütsch hebb ick bi min Grootmutter liernt, meckelbörgisch Platt. Aber das ist lange her und da verschwinden Begriffe mit der Zeit.
Für mich wär das ganz sicher zu früh, es sei denn. ich näme soetwas vor dem Schlafengehen in Angriff 😉
bi uns tohuus is „treten“ petten ^^
Wir sprechen hier das twentsche Platt. Ich wohne nicht weit von der Grenze entfernt.
Was bin ich gestern heilfroh gewesen, dass ich nicht mehr in einer Wirtschaft am Isarufer arbeiten muss, die am Vatertag stets gegen die Mittagszeit von Floß und Fahrrad fahrenden Horden sturzbesoffener, lallender, grapschender und die Zechen prellender Mannsbilder heim gesucht wird!…
Das glaub ich Dir gerne.
Filmen, diese %#!2Xd§(?$ – und dann im Fernsehen statt Werbung zeigen!
I like this post, too°°
aber hier bei mir wars wie immer. bisschen Geschrei und Getoll.
Vom Vatertag hat ich denn auch nicht so viel mitbekommen. allesdings war ich später auch mehr aufm Balkon ^^
Balkon? Ich wohn im neunten Stock, hab Höhenangst und würde – selbst wenn ich einen hätte! – ums Verrecken nicht auf einen Balkon gehen …
aso, ja. Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen…
Hie war’s erstaunlicherweise recht ruhig in diesem Jahr. Hab mich sogar für vier Stunden aus dem Haus getraut, was ich sonst eigentlich vermeide. Ich wohne am Park und hätte die Jahre vorher immer über mehrere Alkoholleichen steigen müssen. Auch die Nacht war seltsam ruhig. Keine Notarztwagen, die Hilfsbedürftige aus dem Park holen. Aber ja auch kein Wunder, wenn’s tagsüber ruhig blieb
Hallo und herzlich willkommen Gertje,
nachts war es dann hier auch ruhig (ich wohn – naja, an der Heide). Aber ich hab gerade angefangen, mich bei Dir unzusehen …