Ja, der heißt bei mir noch immer so.
Von klein auf kenne ich den Tag unter diesem Namen; mit dem Samstag allerdings konnte ich lange nichts anfangen. Und auch die übliche Abkürzung „Sa.” erklärte ich mir einfach als vom Sonnabend herkommend. Lange Zeit arbeiteten meine Eltern an diesem Tag noch regulär; meine Mutter mußte, solange sie im Handel und überhaupt arbeitete, auch oft sonnabends arbeiten. Selbst ich war als Schulhausmeister und -heizer bis ins Frühjahr 1990 außer in den Ferien einer von denen, die an den Sonnabenden ranmußten.
Später waren auch meine Sonnabende arbeitsfrei. Und noch heute nutze ich sie zum Einkaufen. Heute kam noch etwas hinzu: Ich schlief zum wiederholten Male mehr als zwölf Stunden. Um mir nicht unnötige Sorgen zu machen, nehme ich an, daß ich jetzt das Schlafdefizit der vielen heißen Nächte abbaue. Dennoch wundere ich mich ein wenig. Kurz vor Mitternacht einzuschlafen und erst nach Zwölf mittags wieder richtig wachzuwerden, das ist schon eine Leistung. Deshalb fehlt mir dann doch einige Zeit des Tages, die ich mit Wäre-ganz-schön-das-zu-erledigen gefüllt hätte.
So blieb heute als erstes der Einkauf – ich gehe fast jeden Tag etwas holen, so bin ich dann jeden Tag draußen unterwegs. Dann kramte ich noch hier und da in meiner Behausung herum, räumte Dinge weg, die ich ursprünglich bis Montag liegenlassen wollte. Ich nahm mir Zeit zum Lesen. Das geplante Bügeln ließ ich bleiben. Die Werbung für nächste Woche habe ich mir angesehen, und ja, wie immermal wieder werde ich meine Touren ein wenig danach ausrichten. Hätte ich einen Garten, so würde ich wohl meinen Abend dort verbringen und wahrscheinlich auch mindestens den Morgen des Sonntags. Ganz so, wie es meine Großeltern, meine Eltern und viele Nachbarn und Bekannte über viele Jahre praktizierten.
Und einige Zeit in meinem Leben waren der Sonnabendabend und die Nacht zum Sonntag einer Tür vorbehalten. Der zur „La Fȇte Noir”, einer Veranstaltung für Gruftis und Schwarzes Gemüse hierzustadt.
Trotz allem war der heutige Sonnabend nichts weiter als Alltag für mich, selbst mit dem überlangen Schlaf. Wann ich ihn beenden werde, weiß ich noch nicht. Ja, ich bin müde, noch immer oder schon wieder. Aber weder habe ich einen Esel zu kämmen noch sonstige Verpflichtungen vor morgen Nachmittag. Wahrscheinlich werde ich mich morgen vom Streß des Alltags erholen, vom Sonnabend.
Erinnerung des Tages:
Zuhause war der Sonnabend (der Tag der letzten Schicht der Arbeitswoche) für viele Jahre der Badetag.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden machten mich am 22.08.2026 meine Arschruhe, ohne schlechtes Gewissen verschobene „Aufgaben”, umsortierte Konserven.
© 2026 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


@deremil habe mich gerade durch deinen Beitrag gefragt, warum es überhaupt Sonnabend heißt. Klar kenne ich die Bezeichnung. Doch fühlt es sich ausgesprochen irgendwie falsch an und müsste ja eher Sonnmorgen gefühlt heißen. Die Erklärung ist:
Wortbedeutung: Das althochdeutsche Wort sunnunaband bedeutet wörtlich „Vorabend des Sonntags“
Jetzt geht ein Licht auf (: Schön, dass ich das durch dich jetzt für mich, auch mal entdecken durfte.
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Wie der Heiligabend zum Beispiel …
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