2023/181 – Rasend


Es geht um subjektives Tempoempfinden und Wut.

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Die Zeit vergeht rasend schnell, jetzt ist auch der Juni dieses Jahres vorbei. Dabei war vorgestern doch erst Heiliger Abend?

Ich bemerke, daß die längeren Zeitspannen gefühlt viel schneller vergehen als früher. Was ist ein Monat, ein Quartal, ein Halbjahr? Wuuuuusch! Und vorbei. Wo sind die letzten drei, fünf, zehn oder 30 Jahre hin? Es macht mich rasend, daß ich davon/daran nur so wenige aktive Erinnerungen habe. Aber naja, wo so wenige Erinnerungen sind, da waren wohl auch nur wenige erschütternde Ereig­nisse (denn es heißt ja, daß Menschen sich an die zuverlässiger erinnern als an die guten Dinge).

Die Zeit seit 2011 kann ich ja sogar nachlesen hier in diesem Blog. Und noch länger reichen die Kladden und Kalender zurück, in denen ich lesen könnte, was ich dennoch selten mache. Allerdings überrasche ich mich immer wieder selbst mit dem, was ich geschrieben und veröffentlicht habe: An das meiste davon erinnere ich mich nicht oder nur schwach. Wenn ich plötzlich etwas wieder­er­kenne, dann frage ich mich oft, wieso das schon so lange her ist, das, was ich da erlebte/verarbeitete/schrieb.

 

Im Gegensatz zu dem rasenden Vergehen der längeren Zeiträume bemerke ich, daß die kurzen Zeitspannen bis zu zwei oder drei Stunden mir heute deut­lich länger vorkommen. Und auch das macht mich von Zeit zu Zeit rasend. Weil ich mir durchaus auch bewußt bin, daß ich längst nicht mehr so viel Zeit habe hienieden. (Ach, das paßt ja zum gestrigen Gedanken.) Vor allem wartend verbrachte Zeit (sinnlos wartend, weil bessere Organisation dieses Warten hätte reduzieren bzw. ganz vermeiden können) bringt mich immer öfter aus der Fassung, sorgt immer öfter dafür, daß ich die Contenance verliere.

Uns jetzt habe ich euch damit gelangweilt. 😉 (Und beim „rasend sein” immer das „vor Wut” weggelassen.)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 30. Juni 2023 war ich zufrieden mit der Anfahrt, mit dem Aufbau, mit dem „Halleluhja-wir-sind-fertig”-Bier.

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Über Der Emil

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2 Kommentare zu 2023/181 – Rasend

  1. piri sagt:

    Auf keinen Fall hast du mich gelangweilt, denn solche Gedanken gehen mir auch durch den Kopf – mit zunehmendem Alter immer mehr!

  2. Gerel Calow-Demerath sagt:

    Mir geht noch mehr als Piri, die mit ihren Kindern ja viel zu tun hat, schnell und bei mir nutzlos vergangene Zeit in den Gedanken umher. Worüber ich Wut habe, das ist „unziemlich“ in diesem Rahmen und darüber schweige ich.
    Viele Grüße nach Halle oder ins Erzgebirge von Momfilou!

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