Worte weglassen reicht nicht immer
To get a Google translation use this link.
Gedichte zu schreiben ist ja leicht. Ich nehme eine Geschichte, etwas, das ich erlebt habe, schreibe sie auf und lasse beim Aufschreiben alle überflüssigen Worte weg. So wie hier experimentiere ich ab und zu damit herum. Und so wie hier reicht das nicht immer.
Zwei Mädchen treffen sich
Es treffen sich draußen vor unserem Städtchen
zwei nicht mehr junge – na gut! – alte Mädchen.
Die eine weiß, schmal, nett anzuschaun,
die andere breiter, schwer und dunkelbraun.
Sie treffen sich täglich an diesem Ort.
Nur selten sind sie nicht ganz genau dort.
Sie murmeln und schwatzen flüssig und heiter
und ziehen von da aus gemeinsam weiter.
Einst ging ich hinaus, die zwei Mädchen zu sehen.
Ich ging zu den Weiden, die dort draußen stehen.
Ich setzte mich nieder bei ihnen im Tale:
Rechts die Weiße Elster und links dort die Saale.
Da sah ich die Wasser, da sah ich die Wellen.
Und Angler saßen an einigen Stellen.
Auch sie sehn sie an, die sich treffenden Mädchen,
dort in der Aue vor unserem Städtchen.
Es rumpelt aber noch und holpert, es springt hin und her wie die Wasser über die Steine. Das ist nicht fertig, nur eine Fingerübung.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Vorgeblogt.
© 2014 – Der Emil. Text und Sound unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


das ist noch nicht ganz dicht, meinst du? 🙂
ja 😀
Mir gefällt es jetzt bereits.
Ich bin nicht zufrieden mit der Art, wie ich es sprechen kann …
feine fingerübung
Wenn ich nur irgendwann schlafwandlerisch sicher wäre in Jambus, Distychon usw.
aber liegt darin nicht auch ein gewisser reiz nicht schlafwandlerisch sicher zu sein
Pingback: Flußnamen | Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen
Für mich rumpelt nichts. Mir gefällts.
als Prosa- Gedicht müsstest du nur die Punkte am Satzende entfernen
das es holpert hängt vielleicht mit der Silbenzahl pro Vers zusammen. Da wäre es sinnvoll einen Rhythmus einzuhalten (z.B. 8-8-8-8 , 6-8-6-8 usw.). Bei dir ist die Silbenzahl nicht stimmig.
Es treffen sich draußen vor unserem Städtchen – 12
zwei nicht mehr junge – na gut! – alte Mädchen. – 11
Die eine weiß, schmal, nett anzuschaun, – 9
die andere breiter, schwer und dunkelbraun. – 11
hier mal der Versuch eines 11er Rhythmus
treffen sich draußen vor unserem Städtchen
zwei nicht mehr junge – na gut! – alte Mädchen
die eine ein Traum, weiß, schmal, nett anzuschau’n
die andere breiter, schwer und dunkelbraun
zum Reimen: da kannst du auch innerhalb eines Werkes variieren und musst nicht unbedingt immer das gleiche Schema wählen. Du hast A-A-B-B gewählt, es ginge aber auch noch A-B-A-B, A-B-B-A oder Kreuzreim.
hier mal ein Beispiel, das würde meines Erachten auch nicht den Sinn der Strophe verändern – und die Silbenzahl beachtet
sie treffen sich täglich an diesem Ort – 10
murmeln und schwatzen flüssig und heiter – 10
nur selten sind sie nicht ganz genau dort – 10
ziehen von da aus gemeinsam weiter – 10
Ich hoffe, dass ich dir einige Denkanstösse geben konnte.
LG + schöne Osterfeiertage
maj
Hallo zunächst, und vielen Dank für die Mühe.
Theoretisch weiß ich das alles auch — nur … Der Sprechrhythmus (mein Sprechrhythmus) fühlt sich holperig an. Hebungen und Senkungen passen m.M.n. nicht so gut, wenn ich mit konstanter Silbenzahl arbeite; ich müßte zu viel Geschrobenes nutzen, um es für mich stimmig (das wär es dann aber schon nichtmehr – stimmig, mein ich) hinzubekommen.
Ach, diese Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung!
Nachtrag
du kannst innerhalb eines Werkes auch variieren, aber bei den Strophen solltest du einen Rhythmus einhalten.
bei meinen vorherigen Beispielen wären die erste Strophe ein 11er und die zweite ein 10er Rhythmus …. das könnte so bleiben oder du versuchst den 11er auf das gesamte Werk anzuwenden
LG
maj
mir hat das keine Ruhe gelassen …. ich habe mir erlaubt, mal ein wenig zu basteln
das Original
Es treffen sich draußen vor unserem Städtchen – 12
zwei nicht mehr junge – na gut! – alte Mädchen. – 11
Die eine weiß, schmal, nett anzuschaun, – 9
die andere breiter, schwer und dunkelbraun – 11.
Sie treffen sich täglich an diesem Ort. – 10
Nur selten sind sie nicht ganz genau dort. – 10
Sie murmeln und schwatzen flüssig und heiter – 11
und ziehen von da aus gemeinsam weiter. – 11
Einst ging ich hinaus, die zwei Mädchen zu sehen. – 12
Ich ging zu den Weiden, die dort draußen stehen. – 12
Ich setzte mich nieder bei ihnen im Tale: – 12
Rechts die Weiße Elster und links dort die Saale. – 12
Da sah ich die Wasser, da sah ich die Wellen. – 12
Und Angler saßen an einigen Stellen. – 11
Auch sie sehn sie an, die sich treffenden Mädchen, – 12
dort in der Aue vor unserem Städtchen. – 11
mein Vorschlag
treffen sich draußen vor unserem Städtchen – 11
zwei nicht mehr junge – na gut! – alte Mädchen – 11
die eine ein Traum, weiß, schmal, nett anzuschau’n – 11
die andere breiter, schwer und dunkelbraun – 11
sie treffen sich fast täglich an diesem Ort – 11
nur sehe selten sind sie nicht ganz genau dort – 11
sie murmeln und schwatzen flüssig und heiter – 11
ziehen von da gemeinsam munter weiter – 11
einst ging ich aus um die Mädchen zu sehen – 11
ging zu den Weiden, die dort draußen stehen – 11
setzte mich nieder bei ihnen im Tale – 11
rechts die Weiße Elster und links die Saale – 11
da sah ich das Wasser, sah ich die Wellen – 11
und Angler saßen an einigen Stellen – 11
auch sie sehen die sich treffenden Mädchen – 11
dort in der Aue vor unserem Städtchen – 11
LG
maj
Ein schönes Gedicht – habe mir Deine Stimme etwas anders vortgestellt – die Selbstkritik muss nicht ein, währe dies ein Radiobeitrag währe er wohl gut angekommen!