Ein Adventsgedicht in Fraktursatz
Ab morgen ist endlich Advent,
es beginnt die besinnliche Zeit.
Wer diese Freude nicht kennt,
ist für Weihnachten auch nicht bereit.
Ich brauch diesmal nur noch Geschenke
für die Menschen, die ich so sehr mag.
Und während ich das bedenke,
vergeht schon ein weiterer Tag.
Zwanzig Karten will ich noch versenden.
Und an Weihnachtspäckchen nur drei.
Und dem Kinderheim will ich was spenden.
Schonwieder ’ne Woche vorbei …
Die Uhren geh’n alle viel schneller
in den wenigen Tagen vorm Fest.
Ich such den Adventskranz im Keller
und es bleiben noch zwei Tage Rest.
Einen Baum muß ich nicht erst besorgen.
(Ich hab‘ ja den künstlichen hier.)
Was? Weihnachten ist schon morgen?
Da wird ganz schwindelig mir.
Schweißnaß schreck‘ ich hoch aus den Kissen.
Wie lang lag ich denn fiebernd im Bett?
Das Datum! Ich muß es jetzt wissen!
Der Kalender beruhigt mein Gewissen
damit, daß ich Zeit genug hätt‘.
Das war nur ein schauriges Träumchen,
Weihnachten hab‘ ich nicht verpennt.
Ich brauche heut‘ auch noch kein Bäumchen:
Erst morgen beginnt der Advent.
© 2013 – Der Emil
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