Nach über 15 Jahren ist es jetzt soweit.
Wenn ich es genau betrachte,können es auch 19 Jahre gewesen sein. Denn ich habe mir erst als ich in dieser Wohnung lebte jenes Set (gibt es dafür kein deutsches Wort?) gekauft aus Wasserkocher (1,7 l) und Kaffeemaschine mit Thermoskanne. Die Kaffeemaschine ist schon lange kaputt, die Kanne habe ich noch und sie paßt unter meine aktuelle Maschine. Nun hat es den Wasserkocher erwischt. Seit drei Tagen bemerke ich jedesmal, wenn ich ihn benutze, Wasser auf dem Unterteil mit der Stromversorgung. Es scheint, der abnehmbare Behälter ist nicht mehr dicht.
Heute ließ ich ihn – wassergefüllt und außen gut abgetrocknet – zwei Stunden auf Küchenrolle stehen. Ja, die wurde ziemlich feucht; also ist das Ding nicht mehr dicht. In diesem Fall bin ich vielleicht sogar übervorsichtig (ich erlebte als Jugendlicher einen 220-V-Stromfluß vom rechten Daumen zum linken Zeigefinger tatsächlich schadlos, bin aber seitdem ziemlich auf Sicherheit bedacht, wenn es um Elektrizität geht) und entschied, daß ich mir wohl ein neues Gerät beschaffen muß. Puh. Wasserkocher.
Bei der Gelegenheit dachte ich dann auch an den kaputten Eierpiekser und die fehlenden Würstchenzange. Okay, genug zu besorgen. Am Nachmittag ging ich um Zwei aus dem Haus. Drei Stunden und drei Geschäfte später hatte ich alles im dritten Laden gekauft. Nebenher sah ich mir noch den Weihnachtsmarkt im Zentrum der Stadt an: Ich halte diese Zufahrts- und Zugangserschwernisse samt der danebenstehenden Polizeikräfte für a) nicht ausreichend wirkungsvoll und b) unvernünftig. Wenn kein Auto auf den Markt fahren kann (was ist mit NAW und RTW?) und kein Fahrrad durchkommt: Was soll das? Selbst für Leute mit Rollstuhl ist der Zugang nur erschwert möglich … Bei 3000 Weihnachtsmärkten ist auf dreien etwas passiert. (Jedenfalls auf weit unter einem Prozent.) Wann werden für die Sicherheit von Radwegen ebensolche Maßnahmen ergriffen?
Den Eierpiekser habe ich benutzt. Die Zange abgewaschen. Mit dem Wasserkocher Tee aufgegossen. Und ich habe mir etwas Wildes zu essen gemacht: Kidneybohnen, Letscho, Sauerkraut in einem Topf aufkochen, dann italienische Kartoffel-Weizenmehlklößchen dazugeben. Da ich das Ganze abenteuerlich würzte, war es sehr interessant und machte mich gut satt.
Erst vor ein paar Minuten fiel mir auf, daß heute Donnerstag ist und nur noch zwei Tage übrig sind von der Voradventszeit. Ich hab noch einiges zu dekorieren. Und ich freue mich jetzt schon heftig auf das, was da auf mich zukommen wird.
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Der kaputte Eierpiekser ist weg und der undichte Wasserkocher auch.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 27. November 2025 war ich zufrieden mit einem aussortierten Papierkarton, mit den gekauften Haushaltsdingen, mit Letscho und Kidneybohnen und Sauerkraut und Gnocchi.
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