058–2024: Normalität

Doch, es gibt Dinge, die führen zu einer neuen solchen.

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Ein grauer Tag lange vor dem Ende eines Winters, der einmal mehr kein Winter war. Ganz selten Frost, drei oder vier Tage lag Schnee: Das soll die „neue Normalität” sein, wird gesagt. Aber: Das ist doch nicht normal? Das ist wie … Wie in seinem Leben. Da zog vor einiger Zeit auch eine neue Normalität ein. Eine, an die er sich noch nicht gewöhnen konnte, eine, die ihn noch immer rat- und sprachlos macht. Damit nämlich rechnet doch niemand, darauf kann sich auch niemand wirklich vorbereiten. Wie auch. Aber sie ist nunmal da.

Seit Wochen sortiert er in seinem Kopf herum. Plant und verwirft, zweifelt und entscheidet und zweifelt erneut. Mit wem könnte er darüber sprechen? Eine Frau oder Freundin hat er seit Jahren nicht mehr. Und seinen sogenannten Freunden traut er in dieser Angele­genheit nicht über den Weg. Er ahnt, auf welche Ideen die kommen könnten, wenn … Die meisten hätten ganz sichere Ratschläge für das, was er tun sollte. Und jeder von ihnen hätte mindestens eine geniale Idee. Und jede wäre völlig uneigennützig. Pah!

Es bleibt wohl nichts anderes, als allein mit der neuen Normalität seines Lebens zurechtzukommen. Damit, daß er vor vier Wochen im Lotto knapp 800.000 Euro gewonnen hat und jetzt nicht mehr nur mit seiner gerade so ausreichenden Rente auskommen muß. Nur übermütig, übermütig darf er nicht werden und um Himmels Willen bloß nicht spendabel.

 

 

Erinnerung des Tages:
Es gab, wo ich heute unterwegs war, noch vor zehn Jahren viele Fachgeschäfte rechts und links – das Bild hat sich völlig gewandelt, ganze vier davon sind noch da.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 27. Februar 2024 mit einer angefangenen Näharbeit (Hose kürzen), mit dem Fußweg durch die Stadt, mit den zwei dunklen Hefeweizen.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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3 Antworten zu 058–2024: Normalität

  1. Wolfgang sagt:

    Glückwunsch, wenn es so ist, wie es sich anhört, ist es gerade so viel, dass du nicht auf die spinnerte Idee kommst, eine Insel zu kaufen.

  2. annette sagt:

    Wieso sollte eine Frau oder Freundin nicht auch auf ähnlich (dumme, uneigennützige etc.) Ideen kommen wie die sogenannten Freunde? Vielleicht träumt sie ja schon lange vom Eigenheim mit Garten oder Auto oder Urlaub auf den Malediven…? (Frauen sind leider nicht unbedingt die besseren Menschen.)
    Aber da der Herr keine hat, ist das ja kein Problem!
    Und Gemüse sollte er auch zukünftig vom Biobauern auf dem Wochenmarkt kaufen, aber auf die Idee kommt er bestimmt alleine!

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