Wie einer einfiel, daß sie die Gedankenübertragung schon beherrscht.
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Es ist noch nicht so richtig warm am Fluß, aber aushaltbar. Ich sitze auf einem Stein und starre Löcher in die Wellen, die sich an einem aus dem Wasser ragenden Ast bilden. Liebend gern würde ich meine Gedanken wie Papierschiffchen auf die Reise schicken. Oder nein, besser wie Flaschenpost. Denn einige hätte ich gewiß gern wieder, wenn genug Zeit vergangen ist. Ein Papierschiffchen würde auf der langen Reise zum Meer sicher vom Wasser aufgeweicht und aufgelöst. Aber wenn ein Mensch die Flaschenpost fände, irgendwann, irgendwo, dann wäre es möglich, daß sie mir zurückgeschickt wird.
Manchmal vermisse ich, wünsche ich mir die Fähigkeit zur Telepathie: Gedankenübertragung, sowohl an bestimmte Personen als auch ohne bestimmten, bestimmbaren Empfänger. Sie, die Gedanken, einfach auf eine Reise schicken. Vielleicht sogar durch Raum und Zeit! Aber … Aber Moment mal! Das mache ich ja schon! Genau, ich schicke meine Gedanken doch schon auf Reisen. Denn ich schreibe sie auf und mache sie lesbar. Wo aber sie gelesen werden, das weiß ich nicht, und wann sie gelesen werden, das weiß ich auch nicht. Also reisen meine Gedanken, meine aufgeschriebenen Gedanken durch Raum und Zeit. Und wenn ich lese, dann empfange ich Gedanken von anderen Menschen, die ebenso durch Raum und Zeit gereist sind.
Schreibende und lesende Menschen sind also fähig zur Gedankenübertragung. Na bitte!
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden war ich am 19. Februar 2024 mit dem ungeplanten Ausschlafen bis Zwölf, mit den umgeräumten Vorräten an Kladden und Papier, mit viel in blauer Tinte geschriebenem Text (normal ist schwarz).
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

