Oder schleichend. Oder unmerklich. Und dennoch geschehend.
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So manche (große, größere) Veränderung geschieht leise, glaube ich, schleichend, fast unmerklich. Es gibt nämlich keine Katastrophe, keinen spürbaren Umbruch, keinen Erweckungsmoment, keine überraschende oder plötzliche Erkenntnis. Wie etwa der Alltag Beziehungen nach und nach verändert, man sich auseinanderlebt, ohne das wirklich zu bemerken und benennen zu können. Wie die Arbeit nach und nach immer weniger sinnvoll erscheint und weniger erfüllend ist. Es braucht seine Zeit, bis … Erst der letzte Tropfen bring das Faß zum Überlaufen, nicht wahr? Aber da ist all das andere bereits weitgehend unbemerkt geschehen.
Was mir dabei immer am schwersten fiel und warum ich solche leisen Veränderungen nie wirklich wahrnahm? Die Gewohnheiten hätte ich ändern müssen, liebgewonnene oder einfach nur bequeme Gewohnheiten. Genau das fiel mir immer und fällt mir noch heute schwer. Das Bekannte kenne ich, das kann ich auch irgendwie beherrschen; Veränderungen aber führen dazu, daß das Bekannte verschwindet und ich in die Ungewißheit gehen muß.
Ob nun „brachiale” oder leise Veränderungen leichter zu ertragen, zu verarbeiten, zu meistern sind, das weiß ich noch immer nicht. Aber die eine, die ich jetzt bemerk(t)e, deren Verlauf ich nun nachvollziehen kann und die ich tatsächlich aktiv abschließen muß, die war und ist eine von den schleichenden, leisen, unmerklichen. Es ist nichts Dramatisches, ich muß nur etwas beenden.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 4. Oktober 2023 war ich zufrieden mit dem Unterwegssein draußen, mit erledigten Notwendigkeiten, mit den Schnäppchen beim Discounter.
© 2023 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


„Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.“
Ich hab meine Vorlage heute auf eine andere Art als sonst bearbeitet, dabei ist das mit gelöscht worden. Dank Deines Hinweises isses jetzt da. Danke.
Und ich dachte es wäre deine leise kleine Veränderung gewesen. Wäre aber auch zu einfach. Lach…
Nein, das ist etwas ganz anderes.
So erlebe ich es auch. Es gibt Menschen. Tätigkeiten, Dinge, die mir höchst wichtig erschienen und dann verkrumpeln die sich wie Herbstlaub und fallen ab. Es raschelt noch ein wenig – das war’s dann.
Und vorher hat man davon nicht wirklich etwas mitgekriegt …
Veränderungen in menschlichen Verbindungen, auch die sehr leisen, die sich mit der Zeit einschleichen, diese bemerke ich häufig sehr früh, das verdanke ich meiner hochsensitiven Ader. Es ist für mich oft sehr schmerzhaft, wenn ich darauf aufmerksam mache und mein DU nichts bemerkt und deshalb auch nicht bereit ist, gegenzusteuern.
Für einen Menschen, der bereit ist, zu geben und zu tun, ist es schwer, zu verdauen, dass sich andere einfach weitertreiben lassen.
Aber so ist’s im Leben – in der Rückschau ist es dann meist klarer. Manchmal auch denen, die das scheinbar Unfassbare nicht bemerkt haben (wollen).
Liebe Grüße und Dankeschön für Deine Gedanken zu einem äußert interessanten Thema.
Wenn keine ihre Gewohnheiten ändert, wenn keiner sein Alltägliches hinterfragt, dann … Dann ist es wohl eine Art von Verdrängung und ich weiß nicht, ob das bewußt oder unbewußt geschieht.
Ich wollte schon schreiben, dass mir das nicht mehr passiert, weil ich (dank Traumaerfahrung und HS/ADHS) dafür einen 7. Sinn entwickelt habe … und das mag auch inzwischen für größere Kisten stimmen, innerhalb von Beziehungen insbesondere. Aber bei Dingen, die nur mich selbst angehen, bin ich immer noch (immer mal wieder, nicht mehr immer) betriebsblind im Sinne deines Textes.
Eine Metapher ist das tote Spinnennetz hinter einem Bild, das ich gestern ungehängt habe. Fazit: ab und zu etwas bewusst verändern hilft gegen Spinnweben, reflektieren, warum ich was wie (noch immer) tue.
Danke fürs Dranerinnern!
Solange hinter dem Bild noch kein hellerer oder weniger ausgebleichter Fleck zu entdecken war …
Ja. bewußt verändern statt unbewußt stagnieren.
Ich glaube, Beziehungen ändern sich ständig. Das ist auch normal, denn die einzelnen Menschen ändern sich ja auch. Wo am Anfang Schmetterlinge im Bauch waren, ist jetzt Sicherheit, Wärme, Verständnis, Vertrauen. Man muss das nur annehmen und auch selber mitgestalten.
Gut, dass du das Thema aufgreifst, denn ich werde jetzt gleich eine Freundin anrufen. Wir haben uns nicht gestritten, einfach irgendwie aus den Augen verloren. Dabei wohnen wir in einem Stadtviertel und haben uns garantiert noch viel zu sagen.
Was für ein schöner Satz, Dein dritter Satz:
„Wo am Anfang Schmetterlinge im Bauch waren, ist jetzt Sicherheit, Wärme, Verständnis, Vertrauen.”
„… das unbestimmbar und leise uns alle trennt…“ H. Hesse glaube ich.
Lieben Gruß nach HaNeu
Von Hesse hab ich bisher ganz gewiß zu wenig gelesen.