2023/085 – Krakeln


Freies und wildes und unperfektes Handeln.

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Warum wird, wenn ein Schreibgerät, ein Stift oder eine Feder zum Beispiel, ungestüm und kaum kontrolliert über das Papier fährt, von häß­lichem Krakeln gesprochen? Das sind (die ersten ungelenken) Übungen, aus denen sich im Laufe der Zeit eine Handschrift herausbildet. Eine Handschrift, die in den Skizzen und Aquarellen, in den Kupferstichen und Holzschnit­ten, in den Bilderwelten und in den Briefen und Notizen erkennbar sein wird. Aus so manchem Gekrakel wird später Bewunderns­wer­tes. Und selbst das Gekrakel ist bewunderns­wert, denn es ist ein erster Versuch, ein mutiger Versuch etwas zu tun, das noch nicht beherrscht wird, ja, noch gar nicht beherrscht werden kann.

Kein Mensch sollte das Krakeln je geringschätzen oder verlernen oder sich versagen – es kann immer wieder der Aus­gangspunkt sein für das Erlernen und Erschaffen von Neuem, Einzigartigem …

 

 

Und niemand sollte für Krakelei gescholten werden, wenn wegen Alters oder Krankheit die Lesbarkeit der Handschrift schlechter wird.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 26. März 2023 war ich zufrieden mit ausreichend Kaffee, mit vielen Gesprächen, mit dem recht zügigen Abbau (im Regen).

© 2023 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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5 Antworten zu 2023/085 – Krakeln

  1. Nati sagt:

    Es gibt auch Menschen die ihr Lebtag lang eine unschöne Handschrift haben, egal wie sehr sie sich bemühen. Auch so etwas sollte nicht gescholten werden.

  2. Gudrun Ebert sagt:

    „Meine Güte, deine Buchstaben tanzen ja Lipsi.“ (Lipsi: Tanz, in Leipzig erfunden, setzte sich nicht durch und verschwand wieder in der Versenkung.) Das musste ich mir oft anhören, von meinen Eltern und von Lehrern. Texte musste ich manchmal zweimal abschreiben. Es wurde nicht besser und mir wurde schon Boshaftigkeit unterstellt. Nun, Schönschreiben war und ist nun gleich gar nicht mehr mein Ding. Meine eigenen Kinder habe ich nie gegängelt. Mit Worten und Texten können sie gut umgehen, haben das zu ihren Berufen gemacht. Ob sie schön schreiben können, weiß ich nicht. Besser als ich kann es wahrscheinlich jeder. So what.

    • Der Emil sagt:

      Dafür hast Du Deine eigene Handschrift in Deinen Zeichnungen und in den anderen Dingen, die Du tust, nicht wahr?

      („… im Lipsischritt, jaja im Lipsischritt …“)

  3. Sofasophia sagt:

    Genaus das!

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