2021,327: Kein passender Titel verfügbar.

Ich befand heute vieles für „zu leicht”.

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Es bleibt ein untauglicher, ergebnisloser und logischerweise auch unmöglicher Versuch, als Mensch sich vorzustellen, man existiere nicht. Denn das muß scheitern, weil die Existenz als Voraussetzung für diesen Versuch notwendig ist und somit nicht nicht vorstellbar.

 

 

Nein, keine Sorge. Es geht mir so gut, daß ich einige eigene, nein: viele eigene Sätze von alten, sehr alten Zetteln auf ihre Gültigkeit hin untersuchte und auf ihre Tauglichkeit, mich zu größeren Texten zu inspirieren. Bzw. mich in einem ganz bestimmten Text weiterzubringen. Ergebnis: Ich habe mindestens drei Viertel der gesichteten Zettel durch den Reißwolf geschickt – weil sie belanglos erschienen aus meiner heutigen Sicht. Allgemeinplätze gibt es mehr als genug. Beispiel gefällig? (Aber nur das eine, denn auch dieses Stück Papier wird gleich in feine Streifen zerschnitten werden.)

„Wissen Sie denn, was Sie tun, wenn sich ihre Wünsche genau nach ihren Vorstellungen erfüllt haben werden? Wissen Sie es?”

Was soll ich mit diesen beiden Sätzen nur anfangen. Sie haben über Jahre nicht ausgereicht, um daraus einen Dialog entstehen zu lassen oder einen Monolog des Gefragten. Was tun andere mit ihren alten Ideen, wenn diese zu alt geworden sind? Wenn der Mensch sich zu weit von dem entfernt hat, was zum Aufschreiben der Bruchstücke führte? Na?

Endlich vollends begriffen: Was unbedingt notwendig ist, dessen Fehlen ist mir nicht vorstellbar. Dabei bleibt es für mich – und ich habe die entsprechenden Versuche längst aufgegeben. Das war und ist ein Teil dessen, was mich vielleicht irgendwann ganz aus der Krankheit herausholen, herausbringen kann, ein Teil einer Heilung. Immernoch. Und schonwieder. Und diese Erkenntnis bleibt Teil der Heilung: Unmögliches nicht mehr auf Biegen und Brechen bewirken zu wollen, gar ganz davon abzusehen.

 

Es sind noch viele Zettel, die der erneuten Betrachtung harren. (Und der explizit erwähnte bleibt nun doch erstmal weiter erhalten.)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 23.11.2021 waren positiv weggeworfene Altlasten (daß ich von mir Aufgeschriebenes einmal als Last bezeichne: lange Zeit unvorstellbar), eine wiedergefundene alte Urkunde von der NVA, ein hervorgekramter und geöffneter Schuhkarton mit altem Papier u. ä.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Ritter der Stäbe (sofortiges Handeln mit voller Kraft).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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5 Antworten zu 2021,327: Kein passender Titel verfügbar.

  1. Karin Braun sagt:

    Es ist schon merkwürdig, was man sich manchmal so aufschreibt … und auch lustig, es später noch einmal zu lesen. Der Ritter der Stäbe rät zwar zu Aktivität, aber birgt auch die Gefahr übers Ziel hinauszuschießen. Hab es fein.

  2. Sonja sagt:

    Nachdem ich meine Notizzettel beidseitig betrachtet habe und entschieden, dass ich sie nicht mehr benötige, zerknülle ich sie und sie fliegen in den Papierkorb. Warum zerschneidest du sie?
    Gruß von Sonja

  3. Helmut sagt:

    Ja, vieles klärt sich von alleine! Und vieles kann sich vielleicht noch klären. Wenn man immer wüsste, wohin die „Zettel“ dann gehören!

    Liebe Grüße
    Helmut

    • Der Emil sagt:

      Das weiß ich beim Aufschreiben meist nicht – und dann vergeß ich es schnell wieder. Manchmal (Wissen Sie?) aber bleibt da ein unbestimmtes Gefühl, daß der Zettel doch nochmal eine Rolle spielen wird.

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