2021,134: Vergessen

Wie »fehlende« Zeit »entsteht«. Ein Allgemeinplatz.

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Buch führen sollte ich und möchte ich über meinen Zeitverbrauch. Wie lange bin ich zum Einkaufen in einem Ladengeschäft? Wie lange sitze ich bei meinem Hausarzt im Sprechzimmer? Wie lange liege ich in der Bade­wanne? Wie lange sitze ich an einem Fleck und lese? Wie lange brauche ich für dies und das und jenes? Und wie lange … Natürlich würde ich alles mehrfach erfassen müssen und daraus dann den Median oder auch den Durchschnitt bilden. Nach einiger Zeit hätte ich wohl einen einigermaßen korrekten Überblick darüber, wieviel Zeit ich mit diversen Aktivitäten ca. »verbrauche«. (Ich bin mir sicher, daß Zeit nicht verbraucht werden kann, genutzt werden kann sie wohl. Und nicht alles, das ich nutze, verbrauche ich. Oder liegt da einer meiner Denkfehler?) Aber ich würde, im Gegensatz zu einigen mir (persönlich) bekannten Menschen, auch die Dauer mancher in vielen Augen zeitverschwendender Ereignisse in meine Statistik aufneh­men. Wegezeiten (mit entsprechender Reserve wegen Stau oder auch verpaßtem Verkehrsmittel). Und Pausen, notwendige Pausen. Wer diese Zeiten in seiner Planung schon nicht berücksichtigt, der/dem »fehlen« deshalb täglich einige Stunden der verfügbaren Zeit.
 
Jeder Tag hat 24 Stunden, für jeden Menschen; und die fehlende Zeit ist die, die bei der Planung/Abrechnung vergessen oder bewußt weggelassen wird.

 

Das ist – in Grundzügen – der heute in der Schlafpause notierte Gedankengang. Natürlich habe ich das Gekritzelte sortieren müssen, einiges weglassen müssen und wollen. Hier steht der Text, weil auch ich noch viel zu selten notwendige Wege und Pausen ange­mes­sen berücksichtige …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 14.05.2021 waren positiv Mut zu einer Absage, sortiertes Werkzeug, ich habe viel gelesen.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Königin der Münzen.

© 2021 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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16 Antworten zu 2021,134: Vergessen

  1. Nati sagt:

    Pausen sind nicht zu unterschätzen.
    Ohne diese würde ich meine Tage nicht überstehen.
    Es ist eine nicht zu unterschätzende Selbstfürsorge.

    • Der Emil sagt:

      Wie oft vergißt Du, daß die Zeit brauchen?

      • Nati sagt:

        ?

        • Der Emil sagt:

          Ich vergeß immer mal wieder, daß Pausen Zeit brauchen. Du nicht?

          • Nati sagt:

            Nein, ich nehme sie mir einfach.
            Habe mein Tag, mit der Arbeit, so strukturiert dass die tägliche Pause gut integriert ist. Schon seit unzähligen Jahren.

          • Nati sagt:

            Aber ich habe auch einen sehr strukturierten Tagesablauf. Vielleicht liegt es daran, dass sie so gut da rein passt.

            • Der Emil sagt:

              Hm …

              • Nati sagt:

                Ich muss dazu schreiben dass ich Hochsensibel bin.
                Die Struktur und die Pausen helfen mir mit meiner Energie am Tag gut zu Haushalten.
                Da die Energie viel schneller aufgebraucht ist, als bei anderen Menschen.

                • Der Emil sagt:

                  Der Verdacht HSP steht bei mir auch im Raum – aber will ich es wirklich wissen?

                  Und: Mein Tag besteht aus Nichtstun bzw. überwiegend Pause … Wenn dann mal was geplant werden muß, vergesse ich, die Pausen zu berücksichtigen.

                  • Nati sagt:

                    Ich habe es nicht von einem Psychologen oder sonst wen bestätigen lassen.
                    Ich habe mich damit durch einen Zufall beschäftigt. Es gibt auch einige Tests im Netz.
                    Es fügte sich alles nach und nach zusammen, vieles habe ich durch Texte endlich verstanden und richtig einordnen können.
                    Leider bin ich dadurch auch Perfektionistisch, schon allein dadurch sind die Pausen lebensnotwendig.

  2. Gudrun sagt:

    Wenn Zeit nicht verbraucht werden kann, kann man sie dann verschwenden? Und kann man das Zeitmenagement eines anderen bewerten und beurteilen, wenn es nicht gerade um Fließbandarbeit handelt? Was willst du optimieren, weil du alle Zeiten aufschreibst?
    Ich hätte noch mehr Fragen, aber irgendwie machen sie keinen Sinn.

    • Der Emil sagt:

      Beim Aufschreiben denke ich nicht ans Optimieren, nur ans Wissen.

      Außerdem, liebe Gudrun, stellst Du grad zwei sehr wichtige Fragen – und die anderen wüßte ich auch gern …

  3. Regine sagt:

    Diese Fragestellung erschließt sich mir ganz und gar nicht! Meine Lebenszeit wäre mir viel zu schade, um über sie Buch zu führen. Das verbraucht ja auch wieder Zeit. Mir reicht es zu wissen, was ich tue, tun will und gemacht habe. Ich lebe in einer flexiblen Tagesstruktur, in der ich mich aber auch nach meinen aktuellen Bedürfnissen treiben lasse. Das ist mein großes Lebensglück im Rentenstand! Verschwendete oder gar fehlende Zeit gibt es in meiner Vorstellung nicht.
    Liebe Grüße! Regine

    • Der Emil sagt:

      Nun, ich habe mich mal wieder ertappt, wie ich „ich habe keine Zeit/nicht genug Zeit“ schrieb. Und ich kenne wirklich viele, die immer zu wenig Zeit zu haben glauben.

      Ich habe ja zur Zeit keine Aufgaben mehr im Außen, es fehlt mir also eine gewisse von außen vorgegebene Regelmäßigkeit …

  4. Elvira sagt:

    Ich möchte es gar nicht so genau wissen, wieviel Zeit ich womit verbringe. Mein Tablet zeigt mir jede Woche die Zeit an, die ich mit diversen Medien damit verbringe. Da mich das meistens zwar erschreckt, ich es aber nicht ändern werde (kann?), klicke ich die Nachricht schnell wieder weg. Das ist so ähnlich wie mit dem Konsum von Alkohol. Erst die Ansammlung der leeren Flaschen im Korb hat mir gezeigt, wieviel ich davon genossen (?) habe. Seit einiger Zeit ist der Korb leer. Nicht weil ich jede leere Flasche sofort zum Container bringe, sondern weil ich so gut wie keinen Alkohol mehr trinke. Meine Zeit möchte ich weiterhin ohne jede Statistik verbringen, ja, auch verschwenden.
    Liebe Grüße
    Elvira

    • Der Emil sagt:

      Ich möchte es zwar einmal wissen, aber eben nur einmal wissen und dann – sehr erschreckt – wieder vergessen. Und in meinem Trott weitermachen, vielleicht ein bißchen anders, aber nur ein bißchen …

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