2021,133: Morgens

Seltsames Schlafverhalten des adipösen Diabetikers zu Christi Himmelfahrt.

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Der Tag begann sonderbar. Jedenfalls sonderbarer, als die anderen Tage. Um zwei Uhr nachts schaute ich zum letzten Mal auf die Uhr. Sehr viel länger war ich auch nicht wach. Sonst wird es Drei oder Vier, manchmal auch Fünf, ehe ich Schlaf finde. Und es ist für mich auch absolut normal, daß ich nach drei oder vier Stunden wachwerde, ins Bad gehen muß, dann eine halbe bis eine anderthalbe Stunde wach bleibe, um danach noch­mal vier Stunden zu schlafen. Schließlich mußte der Urmensch und sogar meine Groß­eltern noch Holz oder Kohlen nachlegen, um das Feuer nicht ausgehen zu lassen. Dieses »acht Stunden durchschlafen« ist etwas, das erst etwa 200 Jahre alt ist. Egal. Auch in dieser Nacht war es so: halb sechs wach, kurz nach sechs wieder im Traumland. Aber dann. Dann begann das bisher ungewohnte:

Um acht Uhr: wach, aber zu müde; also noch ein paar Minuten liegenbleiben.
Kurz nach neun Uhr: wach, aber zu müde; also noch ein paar Minuten liegenbleiben.
Um halb elf Uhr: wach, aber zu müde; also noch ein paar Minuten liegenbleiben.
Um dreiviertel zwölf Uhr: wach, aber zu müde; also noch ein paar Minuten liegenbleiben.
Um ein Uhr mittags: wach, aber zu müde; also noch ein paar Minuten liegenbleiben.
Um zwei Uhr mittags: wach, aber zu müde; also noch ein paar Minuten liegenbleiben.
Kurz nach drei Uhr nachmittags: wach, aber zu müde; also noch ein paar Minuten – NEIN!

Jedes einzelne Mal, nachdem ich wach, aber zu müde war, schlief ich wieder eine Stunde tief und fest. Huch? Was war das denn? Immer wieder eine Stunde Schlaf, tief und fest. Mit Träumen. Hm. Und das zu Himmelfahrt. Da wollte ich doch … Aber draußen war es grau. Nieselregen gab es auch immer wieder. Und ich saß am Schreibplatz mit Feder, Papier und Kaffee, schaute zum Fenster hinaus uns brütete über dem, was ich wohl in den Wachphasen (der Nacht, des Vormittags) aufgeschrieben hatte:

  • –  Zwillingismus
  • –  Trötophonie
  • –  Bumsbudenstoßdämpfer
  • –  Vaddern prüft, ob ich besoffen
  • –  Waschkaue in Mühle völlig verstaubt, Putzkolonne?
  • –  Esel und Ziege gekreuzt: störrisch und bockig wie D.
  • –  [unleserlich] durchgezogen bis zum Schluß
  • –  Wäschefalter Puppenstadium
  • –  [unleserlich] [unleserlich] [unleserlich] [unleserlich]

So viel notiere ich sonst auch nicht, ohne daß ich davon weiß. Normalerweise schreibe ich im Zwischenwach ein paar Zeilen oder lese, bis mir die Augen wieder zufallen. Ich kann mich heute aber daran erinnern, daß zwei der Punkte etwas mit meinen Träumen zu tun hatten. (Nein, welche das sind, werde ich niemandem verraten. Auch Dir nicht.) Was mich mit dem Bumsbudenstoßdämpfer allerdings geritten hat, das weiß ich wirklich nicht.

Richtig wach war ich erst nach vier Uhr nachmittags, also um 16.00 Uhr. Nicht lang danach entschloß ich mich, mir Gurkensalat anzurichten und Zwiebeln und Speck zu schneiden für Rühreier. Meine Fotosafari hole ich an einem weniger grauen und weniger müden Tag nach.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 13.05.2021 waren positiv sehr sonderbare Träume, Salzkartoffeln mit Rührei und Gurken­salat, kein schlechtes Gewissen zu haben.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zehn der Münzen.

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Über Der Emil

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3 Antworten zu 2021,133: Morgens

  1. Sofasophia sagt:

    Du warst nicht zufällig gestern impfen? Krasse Nacht, das. Hoffentlich bist du wenigstens ausgeruht.

    • Der Emil sagt:

      Nein, keine Impfung. Ausgeruht … Ich hätte so weitermachen können. Aber ein wenig zu tun war ja trotzdem. Zumindest was essen mußte ich.

      Mal sehen, wie es nachher wird.

  2. Regine sagt:

    So werde ich es vielleicht heute machen, nachdem ich gestern einen sehr anstrengenden Nachmittag im Impfzentrum verbrachte (1 Stunde Hinfahrt, 1 Stunde draußen anstehen, 1 Stunde drinnen durchgeschleust werden, 1 Stunde Rückfahrt). Ich soll mich ausruhen, sagte die Impfärztin.
    Aber das Seltsame ist, wenn ich mir die Erlaubnis gebe, den ganzen Tag im Bett zu verbringen, werde ich munter und stehe doch lieber auf.?
    Die These vom Urmenschen bestätigte mir meine Therapeutin, als ich einmal von meinen Wachphasen gegen 4 Uhr erzählte!?

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