Vielleicht aber auch nicht.
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Vielleicht … Vielleicht ändere ich was an meiner Bloggerei. Nein, ganz sicher nicht das tägliche Erscheinen. Aber. Aber vielleicht wird sich etwas an der Art der einzelnen Beiträge andern. Zumindest auf Zeit, bis zum Beginn des Adventskalenders. Am Thema. Vielleicht kommt bis dahin täglich um 20.20 Uhr ein ungeschöntes, lakonisches »Textchen« über meinen Tag. Grad ist mir so danach.
Heute ist es soweit: Da sind wieder Sachen in meinem Kopf, die schon lange nicht mehr dort waren. Den ersten Termin heute morgen habe ich wirklich verschlafen, trotz mehrerer Wecker. Nix mit 6.30 Uhr aufstehen, ich bin erst kurz von zwölf aus den Federn gekrochen. Scheiße. Aber das Interview um 14 Uhr habe ich geschafft, obwohl es im Studio mehrere Probleme gab (die sich mit Neustarts beheben ließen). Und dann bin ich wieder heimgegangen. Mit Einkauf zwischendurch, weil mir das Brot ausgegangen und auch im Frost keines mehr zu finden war. Lange Schlangen, sehr, sehr lange Schlangen an drei geöffneten Kassen (von zehn). Die Laune wurde mit dem Warten schlechter. Nun, jetzt habe ich wieder eine Flasche Doppelkorn im Haus. Schon wieder. In mir macht sich eine traurige Enttäuschung breit bezüglich einiger ungeschehener »Dinge«. Es sind aber nicht die einzelnen Ereignisse und die Unmöglichkeiten, die mich runterziehen, sondern es ist die Summe, ihre Häufung. Und ich habe keine Kraft und keine Strategie und keine Taktik. Es mag Menschen geben, denen das alles nichts oder viel weniger als mir ausmacht. Aber ich, ich sitze und sitze und sitze an meinem Tisch vor Kladden und Blöcken. Immer wieder versuche ich, etwas zu schreiben. Auf verschiedenem Papier, mit verschiedenen Füllfederhaltern, Federn, Kugel- und Gelschreibern. Vorhin versuchte ich mich sogar wieder an Blei- und Kopierstift. Da kommt nichts, jedenfalls nicht viel, nichts, was auch nur im entferntesten zu den angefangenen Sachen paßt, nichts, was für sich alleine stehen kann. Nichtmal Dada. Der Kaffee ist ausgetrunken, es gibt einen doppelten Doppelkorn. Rachenputzerqualität – es schmeckt nicht. Oder nur … nein, ungewohnt ganz sicher nicht. Ich hab wohl nur die korrekte Atemtechnik lange nicht regelmäßig genug benötigt. Hat aber auch nicht weitergeholfen. Also schnell eine Flasche Sirup anrühren, Wasser mit ein bißchen Geschmack machen. Und dann Brot mit Leberwurst und Zwiebel und Senf. Vier Scheiben Brot. Es schmeckt nicht, aber ich hatte Hunger. Danach erledigte ich noch den Abwasch. Und seitdem sitze ich wieder hier vorm Papier. Hab ins Tagebuch geschrieben (das, was ich jetzt hier abgetippt habe). Von all den anderen Dingen, die hier getan werden müßten, habe ich nichts geschafft. Ja, das klingt nicht nur nach Depression.
Hm. Ich weiß nicht, ob Tagebuchbloggen wirklich das richtige ist für mich.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Positiv waren am 29.10.2020 ein Interview mit/zu #KeinerBleibtAllein, Atmen, Selbstbeherrschung bis jetzt.
Die Tageskarte für morgen ist der Ritter der Stäbe.
© 2020 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Mach mal, ich hab es jedenfalls gerne gelesen!
Wenn aber jeder Tag fast identisch bleibt, dann wird das schnell … langweilig, auch für mich.
Ich kann das Bleigewicht im Moment auch sehr stark spüren. Halte durch. PS: bin gespannt auf die eventuelle Neuerung im Blog.
Das wäre eben dieses Tagebuchbloggen …
kommt gut
Wenn es gut tut und/oder klären hilft (wie mir): Warum nicht? Ich „lese“ dir gern zu.
Ich bin mir wirklich nicht sicher.
Versuche es, wenn es nichts ist oder sich nicht gut anfühlt kannst du es ja wieder ändern.
Probier es doch mal aus, wenn du die Idee nun schon mal hattest.Und wenn es dir nicht gefällt, dann änderst du es eben wieder. Die, die immer bei dir lesen werden es auch weiter tun, denn du bist ein Freund geworden, ein Vertrauter.
Ist dein Schreibplatz eigentlich am Fenster? Ich käme bei dir da oben zu gar nichts, weil ich immer die Nase an der Fensterscheibe hätte. Du hast bestimmt einen feinen Ausblick.
Ach, Emil, stell den Rachenputzer weg.
Hier oben ist weniger los als im Erdgeschoß.
Ja, zumindest musst du keine Mäuse jagen. 🙂
Hier ist auch kein Baum, in dem Spatzen & Co herumwuseln können.
Einerseits:
Ich wäre auch gespannt, was sich ergeben würde, wenn du wirklich eine Zeit zum Tagebuchblogger mutierst. Vielleicht tatsächlich Änderungen in Deinen täglichen Abläufen schon deswegen, weil Du was Spannendes zu verbloggen brauchst?
Bei mir zumindest war das so, als ich das mal ein paar Tage lang probiert habe….
Anderseits:
Deine Nachdenklichkeiten und Deine Wortspielereien (verzeih mir bitte die nicht ganz treffenden Vokabeln) würden mir wohl fehlen…..
(Ich kann doch mit Lob nicht umgehen …)
Nein, Tagebuchbloggen wird es nicht werden. Das paßt nicht wirklich.
Hätte ich schimpfen sollen ?
Ooooorrrrrrrr! 😉
im moment ist es nicht leicht, und dann ist auch noch herbst!
das ist leben unter erschwerten bedingungen.
ein „normaler tag“ ist
eben ein „normaler tag“
und darf es auch sein.
langweilig ist das nicht.
die eindrücke, die du
während des tages hast,
hat niemand
außer dir.
das, was du denkst,
denkt niemand, außer dir.
das, was du schreibst,
schreibt niemand,
außer dir.
wie könnte das also
langweilig sein?
Danke. Nur sind meine Tage zur Zeit wirklich ziemlich langweilig, es wiederholen sich täglich viele Dinge. Zu viele Dinge.
Mach doch einfach so, wie es sich ergibt……
Ja. So wird es wohl bleiben. Denke ich.
Ein Traum von gestern, in echt: Wir beide, eng durch Freundschaft verbunden, waren unterwegs und wurden von zwei Kindern eingeladen, das zu essen, was von einer kleinen Salongesellschaft ihrer Eltern übrig war. Als wir freudig zugriffen und im Garten der Leute speisten, kamen die Eltern heim und wunderten sich. Irgendwie gab es da ein inneres Band. Wir wurden nicht weggeschickt. Nach dem Essen meintest du, jetzt müsse geduscht werden. Im Hotel aber doch, meinte ich, aber du wolltest es bei den Leuten tun. Wie es weiterging, weiß ich nicht, doch dieses innere, schöne, warme Band beschäftigt mich noch immer.
Eigentlich geht das alles nur mich was an, doch ein kleiner Traumteil wurde sicher durch das Lesen hier angefeuert…
Gruß von Sonja
Hm. Hmhmhm.
Das mit dem Duschen versteh ich sogar 😉
Ehrlich und offen über seinen Tag zu bloggen, also mit allen Gefühlen und dem, was daraus folgt, erfordert Mut, den ich nicht hätte. Es gibt Dinge, bei denen es mir schwer fällt, mich selbst mit ihnen auseinanderzusetzen. Wäre mein Blog absolut anonym, dann vielleicht, möglicherweise.
Ich bin gespannt, wie es bei dir weitergehen wird. Als Leserin bleibe ich dir treu, egal, wohin dein Weg dich führt.
Liebe Grüße schickt Elvira
Wer hat solche Dinge nicht? Und ich kann mich mit denen wenn überhaupt, dann nur schriftlich wirksam auseinandersetzen. Aber so richtig tagebuchbloggen werde ich wohl nie …
am schlimmsten wäre es, garnichts zu tun. und schnaps trinken ist schlimmer als garnichts. kaufe dir einen teuren wein, den in kleinen dosen genießen- weil er teuer ist, wenn es dann alkohol sein soll. so viele gute gedanken habe ich hier schon gelesen, das ist nicht nichts!
sorry wegen des ungefragten rates, aber ich habe schon viel elend mit alkohol erlebt.
Keine Sorge, DAS hab ich wirklich im Griff.