Nº 233 (2019): Die Realität

Über den Wahrheitsgehalt der Dichtung.

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Zunächst bedanke ich mich für das Kompliment. Allein: der Text von gestern hat zwar, wie viele meiner Beiträge, einen in der Realität – das ist nach herrschender Meinung vor allem das da draußen außerhalb des WWW und des Internets – existierenden Hintergrund. Doch die Wirklichkeit ist anders:

 

Ja, das Gebäude hat eine Entsprechung in der Wirklichkeit, sieht aber etwas anders aus. Ja, ich wäre mit so wenig Wohnraum durchaus zufrieden, habe ich doch jetzt auch nicht viel mehr (knapp über 30 m²) und komme damit sehr gut zurecht. Und meine Einkäufe erledige ich auch zu Fuß und ich trage oftmals trotz vorhandenem Aufzug meine Sachen in den neunten Stock. Und doch … Weggehen aus Halle (Saale) würde nämlich auch bedeuten, vieles aufzugeben. Das Radio, die Ritterschaft, die große Stadtbibliothek, die vielen Kirchen und Friedhöfe, die Ärzte, die Kunst- und Kultureinrichtungen, viele Menschen, der meist zufriedenstellende Nahverkehr, die Versorgungssituation: all das wäre weit entfernt, würde mir fehlen. Ja, ich bin bequem geworden, bequemer jedenfalls als ich es als Kind und Jugendlicher und NVA-Soldat war. Ja, das Finde ich manchmal auch nicht gut. Und doch ist das eben mein Leben, das ich lebe und das ich (nach viel, sehr viel Anstrengung) mag.

Ich weiß mehr über die Eigentümer und die Unmöglichkeit, das Grundstück samt Bebauung zu pachten. Die Vorstellung vom erzielbaren Pachtzins geht davon aus, daß aus der Wiese ein Spitzenweinberg mit Ertrags- und Qualitätsgarantie wird (in einer für den Weinanbau ungeeigneten Gegend). Oder daß darauf Hanf angebaut wird. Im Klartext: Das ist einfach unverschämt zu teuer. Und es ist verdammt viel Arbeit und Geld notwendig, um das Häuschen in einen bewohnbaren Zustand zu bringen. Die Umzugspläne, meine jedenfalls, vielleicht aber nicht die der gestern erzählenden Person, sind schon lange ad acta gelegt, soweit sie dieses Ziel betreffen. Und der Besitz eines motorisierten Verkehrsmittels, sei es auch nur ein Krause DUO, wäre ebenfalls tatsächlich notwendig. Ach, aber träumen davon und Geschichtchen darüber schreiben darf ich ja.

 

Allein: Die auf den Text erhaltenen Mitteilungen zeig(t)en mir, daß der Wunsch nach Lebensvereinfachung(?) vielfach vorhanden ist. Wer weiß, vielleicht steht uns eine wunderbare Zukunft in ökologisch guten, sogenannten Tiny-Houses (Kleinsthäusern) bevor? Mir gefällt die Vorstellung, mein Altersdasein nicht in einem Heim oder einer (euphemistisch so benannten) Residenz zu verbringen, sondern in einem Park voller Kleinsthäuser, deren Bewohner wie die der Zimmer in den anderen Einrichtungen – dann eben in ihren Häsuchen – betreut und versorgt werden … Welch' schöner Traum.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

P.S.: Am 21.08.2019 waren positiv diverse Nachrichten, die mich erreichten, gleich wegsortierte Dinge, ein Ferngespräch.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zehn der Stäbe.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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3 Antworten zu Nº 233 (2019): Die Realität

  1. Ulli sagt:

    Ich träume mit dir …
    liebgrüss

  2. evenyleve sagt:

    Das ist ein wirklich schöner Traum vom Alter.
    Liebe Grüsse, Ev

  3. Sofasophia sagt:

    Diesen Traum mit dem Tinyhouse teile ich, in mehr oder weniger naher Umgebung mit Gleichgesinnten. Nicht zu nah, aber nah genug.

    Danke fürs Tagträumeteilen!

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