Ein Narr (Nº 258 #oneaday)

Nur ein Narr

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Als Besitzer verschiedener Tarot-Karten habe ich mich auch noch nicht geoutet (welch ein Wort) – gut, ich gebe zu, daß ich mehrere Tarot-Decks besitze. Und ab und zu benutze. Einige Decks habe ich geschenkt bekommen, einige, mit denen ich nach etwa einem Jahr Probezeit nicht zurechtkam, dann auch weiterverschenkt.

Haindl, Rider-Waite und Crowley gehören aber schon immer zu denen, die ich besitze. Heute noch habe ich sie in meinem Schrank. Dummerweise hatte ich das Crowley-Deck doppelt: Eines davon habe ich natürlich verschenkt.

Das Falsche.

Das mit drei Narren.

So blieb mir nur dieser eine Narr (hier links zu sehen).

Wieso in dem anderen Deck drei waren? Nun, ein Tarot-Deck besteht aus 78 Karten. Auf einen Druckbogen passen aber 80 Karten. Früher wurden – und heute werden wieder – zwei Werbekarten gedruckt. Nur in der Zeit zwischen 1986 und 1999 wurden von einer Schweizer Kartendruckerei statt der Werbekarten zwei weitere Entwürfe des Narren gedruckt (und auch verkauft).

Die Zeichnerin Lady Frieda Harris hatte nämlich in den Jahren bis 1943 für Aleister Crowley mehrere Entwürfe zu einigen Karten geschaffen. Zwei davon, die von Crowley allerdings nicht für “gute” Entwürfe für den Narren befunden wurden, kenne ich also noch aus der Erinnerung. (Übrigens: u. a. hier findet man viele von Crowleys Werken in Englisch. Nur für die, die sich dafür interessieren.)

Aber der Narr ist auch aus anderen Gründen eine besondere Karte. Er wird mit der wertlosen Zahl gekennzeichnet, mit der 0. Der Narr ist frei und wunschlos glücklich. Glücklich ohne Wünsche? Ohne Sehnsucht glücklich? Ist Narrenfreiheit nicht – neben der Möglichkeit, alles ungestraft tun und sagen zu dürfen – auch die Tatsache, nicht wirklich ernstgenommen zu werden?

Sein wie der Narr wollte ich nie, nie ganz. Lange Zeit war ich ein Narr – ohne es zu merken. Jetzt nehme ich meine Karten und lege sie wieder dahin, wo sie hingehören: in meinen Schrank.

Falls jemand wissen möchte, ob ich an den “Budenzauber” glaube: Nein, ich glaube nicht daran.

Ich weiß, daß zumindest Tarot und Pendel – manchmal – funktionieren …

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 14. September 2011 war, daß heute morgen alle Verkehrsmittel pünktlich waren; außerdem fand ich ein Gespräch sehr aufschluß- und hilfreich. Eine Antwort auf eine Nachricht war wirklich sehr aufbauend.

Außer für das Bild: © 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Antworten zu Ein Narr (Nº 258 #oneaday)

  1. Dr. Manhattan sagt:

    Ein Tarot-Jünger?

    Ich gebe zu, nachdem ich doch so manches über ein Interesse an der Physik und wohl auch höhere Kenntnisse mit dem PC gelesen habe, hätte ich DAS ganz bestimmt nicht erwartet..
    Aber was ist falsch daran der Narr zu sein? Sind wir nicht alle Narren in einer Welt, die wir doch im Grunde nicht verstehen? Versuchen wir nicht die Welt zu erklären und schwingen dabei große Reden und werden bei näherem Betrachten doch als die enttarnt, die wir sind: Narren?!

    Ich für meinen Teil würde mich glücklich schätzen ein solcher sein zu können oder besser noch der „Narrenkönig“.. (siehe: Schandmaul – Der Hofnarr)

    In diesem Sinne, mit besten Grüßen
    Dr. Manhattan

    • der_emil sagt:

      Och – gerade die neuere Physik läß mich durchaus auch an die Möglichkeiten des Tarot und des Pendelns (und der Wünschelruten, des Feng-Shui usw. usf.) glauben.

      Oder sind Quarks, Gluonen, dunkle Energie, Strings, Symmetriebrüche etwas andres als Wahrsagerei aus dem Kaffeesatz Gut, der Vergleich ist übertrieben – aber wie wird zB der Tunneleffekt oder das Phänomen der verschränkten Photonen erklärt?

  2. freidenkerin sagt:

    Ein Narr steckt doch in jedem von uns, ob wir wollen oder nicht. 😉

  3. Gertje sagt:

    Der Narr hat wohl, wie alles im Leben, seine positiven Seiten wie auch seine negativen. Und so gibt es Dinge, um die ich den Narren beneide und wo ich gern wäre wie er, und Dinge, wegen derer ich ihn bedaure und wo ich hoffe, nie oder selten so zu sein wie er.

  4. Bernd Meyer sagt:

    Einen dicken Daumen hoch für Deinen Block! Ich konnte mich noch nicht so ganz in Deine Geschichte/ Verfassung einlesen, hole es so schnell es meine Zeit zulässt auf, und würde mich freuen, den Einen oder anderen anregenden Gedanken mit Dir austauschen zu können.

    Mach weiter so!!!

  5. kreadiv sagt:

    Ich habe auch noch ein paar Kartensets, Tarotkarten sind auch darunter.
    Auch wenn ich keine Eso-Anhängerin mehr bin, bin ich schon der Meinung (aus Erfahrung), dass intuitiv gezogene Karten schon einen Hinweis auf die momentane Situation geben können.
    Manchmal macht es mir einfach Spaß, eine zu ziehen 🙂

  6. vierachtel sagt:

    leider habe ich kein deck und kann die karten nicht deuten. früher zog ich ( auf Partys) manchmal eine karte und fand die Deutung immer spannend. natürlich auch unterhaltsam, aber allemal besser als jedes Horoskop.

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